Ein Turnier und viele Gewinner

Der 1. FFC Chemnitz hat einen Fußball-Cup für Mädchen ausgerichtet und Spenden für den Verein Lukas Stern gesammelt. Dabei ist der FFC selbst nicht auf Rosen gebettet.

Aus Halle und Erfurt waren sie angereist, sogar eine Mannschaft aus Hannover machte sich auf den fast 400 Kilometer langen Weg nach Chemnitz: Das Fußballturnier des 1. FFC Chemnitz für Mädchen der Altersklassen B und D hatte auch wegen der Bandbreite der teilnehmenden Teams Seltenheitswert. Bei Hitze spielten 12- beziehungsweise 16-jährige Kickerinnen in zwei separaten Wettkämpfen um den Sieg, der letztlich an Erfurt (D-Jugend) und Gera (B-Jugend) ging. Die Gastgebermannschaften landeten auf Rang zwei beziehungsweise vier.

Besonders war das Turnier aber auch noch aus einem anderen Grund: Es war als Benefizveranstaltung für Lukas Stern angelegt. Der Verein wurde 2016 gegründet und hat es sich zum Ziel gesetzt, schwerkranken Menschen einen Wunsch zu erfüllen, sei es ein Fahrrad oder ein Treffen mit Sportidolen. Mit Hilfe von Eintrittsgeldern, Spenden von Zuschauern und Erlösen einer Trikotversteigerung sammelte der FFC am Samstag rund 1500 Euro ein, die er dem Verein übergab. "Fußball ist ja nicht alles. Und Lukas Stern engagiert sich für Menschen, die so etwas wie Fußball vielleicht nicht genießen können", sagte FFC-Vereinsvorstand Torsten Sommer und ergänzte: "Und wir als Verein wissen ja selbst, wie schwer es ist, an Geld zu kommen."

Im Dezember 2015 wurde der 1. Frauen-Fußball-Club (FFC) Chemnitz gegründet. Er will kickenden Frauen und Mädchen eine Heimat bieten. Mädchen- beziehungsweise Frauenmannschaften stellen sonst zwar auch noch Handwerk Rabenstein, Eiche Reichenbrand und der Chemnitzer FC. Als Einspartenverein ausschließlich für Frauen ist der FFC aber einzigartig in Chemnitz. Rund 60 Fußballerinnen in zwei Nachwuchs- sowie einer Frauenmannschaft gehen in dem Verein derzeit ihrem Hobby nach. Ziel sei es, perspektivisch noch mehr Nachwuchsmannschaften für den Spielbetrieb zu melden, sagt Sommer.

Seit vergangenem Jahr verfügt der Club auch über eine eigene Spielstätte: ein Gelände an der Erdmannsdorfer Straße, das zuletzt nicht mehr genutzt und dementsprechend abgewirtschaftet war. Es fehlten Kleinfeldtore, das Vereinshaus war stark renovierungsbedürftig und Sorgen bereiteten die Bäume am Rande des Geländes, die nicht mehr standsicher waren und deswegen gefällt werden sollten. Ein Jahr später hat sich einiges getan: Einige Bäume habe man bereits gefällt, die restlichen sollen bald folgen, berichtet der Vereinschef. Die Kickerinnen können nun auch auf Kleinfeldtore schießen und im Vereinshaus sei zumindest die Gaststätte auf Vordermann gebracht worden. "Als Nächstes ist der Sanitärbereich dran." Einige der Arbeiten erledigten professionelle Handwerker, sagt Sommer. Weil die finanziellen Ressourcen knapp sind, lege man aber auch oft selbst Hand an.

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