Einstige Spitzenläuferinnen sind zurück auf dem Eis

Das Team Skating Graces gehört seit Jahren zu den besten Eislaufformationen Deutschlands. Auch nach dem Ende ihrer Karriere zeigen einige Sportlerinnen nun wieder ihr Können.

Im Fußball gibt es die Alten Herren. Das sind Spieler, die einst aktiv um Punkte gekämpft haben, aus Altersgründen aber nur noch hobbymäßig gegen den Ball treten wollen. Wenn man so will, ist das Team Return die Alt-Frauen-Mannschaft der Skating Graces, der Eislaufformation der Chemnitzer Vereine USG und CEC. Allerdings sollte man nach dem lauten Aussprechen dieses Vergleichs besser schnell in Deckung gehen. Denn was das Team Return bietet, hat mit Alt-Herren-Fußball aus mehreren Gründen nicht viel zu tun.

Da ist zum einen das Alter der beteiligten Damen. Die ältesten Läuferinnen sind knapp unter 30, die jüngste ist 18 Jahre alt. "Es ist ein Kommen und Gehen bei uns, eine richtige Stammformation gibt es eigentlich nicht", sagt Isabell Fritsch. Sie ist eine der Eiskunstläuferinnen, die vor zehn Jahren große Erfolge feierten. Im Juniorteam der Skating Graces holten sie den Titel bei der Deutschen Meisterschaft und schafften sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. "Wir gehörten zu den Anfängen dieser Formation, eine unserer jetzigen Läuferinnen war sogar Gründungsmitglied", sagt Fritsch.

In den vergangenen Jahren sind die Skating Graces, was übersetzt schlittschuhlaufende Grazien heißt, zu einer der erfolgreichsten Formationen Deutschlands geworden. Bei Deutschen Meisterschaften holten sie 20 Medaillen, erst kürzlich konnte das Nachwuchsteam seinen Titel als Deutscher Meister verteidigen. "Es ist schön zu sehen, dass unsere Nachfolger weiterhin so erfolgreich sind", sagt Isabell Fritsch. "Und es macht uns jedes Mal wieder auch ein bisschen wehmütig, wenn wir jetzt in der Kabine sitzen, uns vorbereiten und an die alten Zeiten zurückdenken."

Denn die einstigen Leistungssportler sind zurück. Nachdem sie aus dem Juniorenbereich in die Meisterklasse der Erwachsenen aufgerückt waren, kamen im Laufe der Jahre immer mehr jüngere Läuferinnen nach. Die älteren Frauen verließen das Team, um sich Beruf oder Familie zu widmen. "Vor einigen Monaten haben wir uns dann wieder zusammengefunden", sagt Isabell Fritsch. "Einige waren noch in Kontakt, die anderen wurden über sämtliche Kanäle gefunden - und es war schnell ein Dutzend Mädels bereit, wieder gemeinsam zu laufen." Mit der USG wurde ein Verein gefunden, dem sich die Formation anschließen konnte und der ihnen eine Trainingszeit im Eissportzentrum verschaffte. Auch ein Name war schnell gefunden - Team Return, die Mannschaft also, die zurückkehrt.

Neben Trainingseinheiten auf dem Eis treffen sich die Frauen auch zu gemeinsamen Joggingrunden oder Fitnesseinheiten, dazu gibt es gelegentlich Auftritte. So wie am vergangenen Wochenende, als das Team Return in der Drittelpause des Eishockeyderbys der Crashers gegen Schönheide vor fast 1000 Fans auftreten durfte. "Wir waren fast so nervös wie damals, als wir noch bei Meisterschaften gelaufen sind", sagt Isabell Fritsch und lacht.

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