Eishockey-Team verliert Torjäger

Die Crashers gehen ohne die beiden zielsichersten Spieler in die neue Saison in der Regionalliga. Einen Hoffnungsträger gibt es aber schon.

Der Auftakt verlief etwas holprig. Eigentlich hatte sich der Eishockey-Regionalligist Chemnitz Crashers am Samstagmittag vor Saisonbeginn seinen Fans präsentieren wollen. Weil der dafür anvisierte Ort, die Filiale des Sportgeschäftes Decathlon in der Innenstadt, aber wegen der Demonstrationen im Zentrum kurzfristig geschlossen hatte, fiel die Teamvorstellung aus. Wer die Kufencracks sehen wollte, konnte das am späten Nachmittag im Eisstadion im Küchwald. Dort traten die Chemnitzer zu einem Testspiel gegen die zweite Mannschaft von Zweitligist Bietigheim-Bissingen an. Grund zur Freude gab es allerdings auch dort nicht. Die Crashers verloren mit 3:4 (0:2, 2:1,1:1).

Spielertrainer Tobias Rentzsch war dennoch nicht unzufrieden. "Wir haben uns nach Problemen zu Spielbeginn von Drittel zu Drittel gesteigert", bilanziert er. Rentzsch musste seine Mannschaft in der Sommerpause umbauen. Mehrere Leistungsträger haben das Team verlassen. Daniel Heid und Lars Schmohl verlassen Chemnitz studienbedingt. Noch schwerer wiegen die Abgänge von Patrick Fritz, der berufsbedingt nach Pegnitz wechselt, und Sven Rutsatz. "Das ist ein Rückschlag für uns. Sie waren bislang unsere Top-Torjäger", sagt der Coach. Vorerst fehlen wird auch der tschechische Spieler Patrik Hunady, der in den kommenden Monaten als Soldat im Auslandseinsatz weilt, berichtet Rentzsch. Hunady besetzte eine von zwei Ausländerpositionen in der Mannschaft.

Für die zweite Ausländerposition im Team haben die Crashers indes einen Spieler gefunden. Aus Pilsen wechselt Filip Kokoska nach Chemnitz. Der 20-Jährige jagt seit frühester Kindheit dem Puck hinterher. Bislang lief er ausschließlich für Teams in Pilsen auf, zuletzt in der zweiten und dritten Liga Tschechiens. "Mein Ziel ist es, Profi-Spieler zu werden", sagt Kokoska. In Chemnitz erhalte er die Chance, sich Teams aus höheren Ligen zu präsentieren, sagt Trainer Rentzsch über Kokoska. "Er ist ein Hoffnungsträger und soll Spiele entscheiden."

Finanziell große Sprünge wird Kokoska bei den Crashers nicht machen können. Der Verein betreibt weiterhin Amateursport. Das heißt, die Spieler erhalten keine Vergütung und auch keine Siegprämien, erklärt Rentzsch. Stattdessen unterstütze der Club sie bei der Ausrüstung, die im Eishockey sehr teuer ist. "Wir versuchen, die Kosten der Spieler in diesem Bereich abzudecken", sagt der Coach. Kufencracks von außerhalb erhielten zudem eine Wohnung. Mehr könne und wolle man nicht ausgeben, so Rentzsch. "Wir wollen keine Pleite riskieren." Der Vorgänger-Verein Wild Boys war in die Insolvenz gerutscht.

Der Fokus im Verein liegt auf dem Nachwuchs. Mit dem U20-Team wollen die Crashers diese Saison den Aufstieg von der bundesweit dritt- in die zweithöchste Spielklasse schaffen. Die Talente sollen später den Stamm der Männermannschaft stellen, die in den kommenden Jahren den Sprung in die Oberliga wagen will. In der dritthöchsten Spielklasse wird halb-professionell agiert - mit entsprechend höheren Team-Budgets. "Um dort zu bestehen, brauchen wir sechs, sieben Akteure aus den eigenen Reihen, die aber auch entsprechend gut sind", sagt Rentzsch. Mit dem Ziel, die Arbeit mit den Junioren zu verbessern, will der Verein einen dritten hauptamt- lichen Trainer einstellen. Die Suche gestalte sich indes schwierig, sagt der Coach. "Geeignete Kandidaten sind rar gesät."

Der Start in der Regionalliga erfolgt aller Voraussicht nach in drei Wochen mit einem Auswärtsspiel in Halle. Zum ersten Heimspiel am 29. September wollen die Crashers ein Fest veranstalten. Die Liga zählt mit acht Mannschaften eine weniger als in der Vorsaison; 22 Spiele müssen die Crashers absolvieren. Ziel sei eine Platzierung unter den besten vier Teams, erklärt Rentzsch.

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