Erzgebirgsrundfahrt mit Teilnehmerrekord

Bei der Tour mit Start in Chemnitz wollen so viele Teams wie noch nie um den Sieg kämpfen. Die Organisatoren standen indes vor einigen Problemen.

Dieses Jahr ist für Roland Kaiser vom Chemnitzer Polizeisportverein (CPSV) ein ganz besonderes. Ende Juni findet in Chemnitz die deutsche Straßenradmeisterschaft statt. Gemeinsam mit dem RSV Chemnitz organisiert der CPSV den Wettbewerb mit. Das ist aber nicht die einzige Aufgabe für Kaiser und seine Mitstreiter. Denn der CPSV ist zugleich Organisator der Erzgebirgsrundfahrt, die am 14. Mai über die Bühne geht - zum 38. Mal.

Die Tour hat eine lange Geschichte. 1953 als jährlicher Wettkampf ins Leben gerufen, fiel sie ab 1960 aus und geriet fast in Vergessenheit. 1982 wiederbelebt, pausierte die Tour nach der Wende. Seit 1994 ist sie aber fester Bestandteil des Radsportkalenders; seit 2003 gehört sie zu den derzeit neun Rennen der Radsport-Bundesliga. Am Start sind in der Regel aktuelle oder angehende Profi-Radsportler. Die Tour ist für viele ein Sprungbrett auf die große Radsportbühne, das zeigt ein Blick in die Liste der Sieger der vergangenen Jahre. In der finden sich mittlerweile gestandene Radsportgrößen wie John Degenkolb und Linus Gerdemann.

Die Erzgebirgsrundfahrt gilt als die bundesweit härteste Eintages-Tour. Die 165 Kilometer lange Strecke führt von der Brauerei Einsiedel über Großwaltersdorf, Wolkenstein, Annaberg-Buchholz, Elterlein, Zwönitz und Burkhardtsdorf zurück zum Ausgangspunkt. Unterwegs müssen die Fahrer drei Sprint- und fünf Bergwertungen absolvieren. Der Start erfolgt um 9.30 Uhr, vier Stunden später werden die schnellsten Fahrer im Ziel erwartet.

Der Herausforderung wollen sich nach aktuellem Stand 23 Teams stellen - laut Kaiser so viele wie noch nie. Dazu kommen etwa 20 Einzelfahrer, sodass wohl knapp 200 Sportler in die Pedale treten werden. Unter ihnen seien allerdings kaum Athleten aus der Region, bedauert Kaiser. Zu den wenigen Ausnahmen gehört Sandro Kühmel, der - Jahrgang 1980 - einer der ältesten Teilnehmer sein wird, und die Nachwuchshoffnung Tobias Nolde vom RSC Sachsenblitz Burgstädt.

Für den CPSV ist die Organisation des Rennens ein Stück weit Routine - und war dennoch in diesem Jahr eine Herausforderung. Der Grund ist laut Kaiser der strenge Winter, der auf vielen Straßen im Erzgebirge Schäden hinterlassen hat. Weil die Straßen nun saniert werden und gesperrt sind, mussten der Chef-Organisator und seine Helfer immer wieder umplanen. Zuletzt erreicht ihn vor wenigen Tagen die Information, dass die Erfenschlager Straße in Altchemnitz gesperrt ist. Die Ausweichroute führt nun über die Marienberger Straße. Zum ganz großen Teil führe die Rundfahrt nun aber über gute, ebene Straßen. "Nur etwa fünf Prozent sind in schlechtem Zustand", meint Kaiser. Bei einigen Radrennen in diesem Frühjahr habe er da schon andere Verhältnisse gesehen. "Da ging es zum Teil über Kopfsteinpflaster."

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