Ex-Bundesliga-Spieler soll die Niners-Defensive besser machen

Als Aktiver hat Steven Hutchinson schon um die Deutsche Meisterschaft mitgespielt. Jetzt will er als Co-Trainer in Chemnitz mithelfen, dass das Team wieder nach oben kommt. Dabei muss er selbst aber noch viel lernen.

Der neue Co-Trainer Steven Hutchinson zeigt es schon im ersten Training an: Für die Niners soll es wieder nach oben gehen.

Von Thomas Reibetanz

Es war laut, es war schnell, es war hochgradig intensiv: Als die Spieler des Basketball-Zweitligisten Niners Chemnitz am Montagvormittag zur ersten offiziellen gemeinsamen Trainingseinheit nach der Sommerpause zusammengekommen sind, war das alles andere als ein leichter Aufgalopp. Es ging gleich zur Sache, Cheftrainer Rodrigo Pastore verlangte viel von den wenigen verbliebenen und den vier bisher verpflichteten neuen Spielern.

Nachdem die Niners im Frühjahr 2017 noch knapp am Bundesligaaufstieg gescheitert waren, folgte eine enttäuschende Saison, in der sogar die Teilnahme an den Playoffs verpasst wurde. Resultat dessen ist nun ein Umbruch in der Mannschaft. Trainer Pastore will um Routinier und Leistungsträger Malte Ziegenhagen mit jungen hungrigen Spielern ein neues Team aufbauen, das wieder um den Bundesligaaufstieg mitspielen kann. Und nicht nur auf dem Parkett gibt es neue Gesichter. Pastore hat sich mit Steven Hutchinson auch einen neuen Assistenten an seine Seite geholt. Für den 50-jährigen Deutsch-Amerikaner ist es die erste Trainerstation im Profibereich der Männer. Erfahrung bringt er aber mehr als genug mit. Denn "Hutch", wie der Zwei-Meter-Mann genannt wird, hat als Aktiver jahrelang in der deutschen Basketball-Bundesliga (BBL) gespielt und dort große Erfolge gefeiert.

Hutchinson wurde 1968 als Sohn eines US-Soldaten und einer Deutschen in Westberlin geboren, wuchs zunächst in den Staaten auf, kehrte aber schon im Vorschulalter in sein Geburtsland zurück, als der Vater nach Würzburg versetzt wurde. Dort entdeckte er seine Liebe zum Basketball. Nach seinem Schulabschluss ging er für das Studium zurück in die USA, wo er auch gemeinsam mit dem heutigen Cheftrainer der Miami Heat, Erik Spoelstra, im Hochschulteam auf Korbjagd ging.

Anschließend startete er seine Profilaufbahn beim damaligen Zweitligisten Würzburg. 1993 erfolgte der Wechsel in die BBL zu Bayreuth, wo sich der kampfstarke Innenspieler schnell einen Namen machte. Elf Jahre spielte Hutchinson in Deutschlands höchster Spielklasse, auch für Bonn, Leverkusen sowie Oldenburg. "Ich stand auch zweimal im Playoff-Finale, aber ein Titel blieb mir verwehrt, weil Alba Berlin damals zu übermächtig war", blickt Hutchinson auf seine aktive Karriere zurück, die im Alter von 34 Jahren aufgrund eines Achillessehnenrisses ihr Ende fand.

Anschließend zog es ihn in die USA zurück, wo er als Nachwuchstrainer arbeitete. 2017 kam der einstige Profi zurück nach Deutschland und machte seine Trainer-Lizenz. Bei jenem Lehrgang traf er auf Rodrigo Pastore - 20 Jahre nachdem beide zusammen für Bayreuth in der BBL spielten. "Daraufhin blieben wir in Kontakt", sagt Pastore. "Als wir nun nach einem neuen Assistenztrainer suchten, war ,Hutch' eine der ersten Optionen, und ich freue mich, dass wir uns dann auch so schnell einigen konnten", betont Pastore.

Bei den Niners will sich "Hutch" nun in erster Linie um die Defensivarbeit der Mannschaft kümmern. "Rodrigos Offensive ist sehr gut. Wenn wir jetzt noch unsere Verteidigung stärker machen, holen wir richtig viele Punkte", sagt der neue Co-Trainer, der vor drei Wochen nach Chemnitz gezogen ist und sich hier schon richtig wohl fühlt. "Die Sportanlagen sind super", sagt er. "Ich freue mich wahnsinnig auf das erste Spiel und auf die Fans, von denen ich schon viel Positives gehört habe." Was nach dem Posten bei den Niners kommt, lässt Hutchinson noch offen. "Erst einmal will ich als Trainer im Männerbereich ankommen und dazulernen", sagt er.

Niners erhalten Auszeichnung für Nachwuchsarbeit

Der Deutsche Basketball Ausbildungsfonds hat die Talentförderung der 34 Clubs der 1. und 2. Bundesliga nach strengen Kriterien zertifiziert. Dabei wurde die Niners Academy als eines von lediglich fünf nationalen Programmen als "sehr guter Nachwuchsstandort" ausgezeichnet.

Die Talentschmiede der Chemnitzer Korbjäger darf somit fortan neben Alba Berlin, dem FC Bayern München, den Frankfurt Skyliners sowie den Hamburg Towers das silberne Gütesiegel tragen. "Es ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit und eine große Ehre, in den Kreis der besten Nachwuchsstandorte aufzusteigen", freut sich Konstantin Lwowsky, Sportdirektor der Niners Academy. Schwerpunkte der Zertifizierung waren die Talentsuche, Talentdiagnose und Talentförderung - hier konnte der Verein überzeugen. (tre)

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