Feierlaune trotz Feueralarm

Die Niners haben das Topspiel der 2. Bundesliga in Hamburg gewonnen. Mit dabei waren 100 Fans aus der Heimat, die mitten im Spiel plötzlich die Halle verlassen mussten.

Der Sportfan ist eine Spezies, die es bezüglich der Leistungseinschätzung der vergötterten Mannschaft nicht selten an Objektivität mangeln lässt. Dass die Fans der Niners Chemnitz schon nach der 2:0-Führung ihres Teams in der Hamburger Arena lautstark "Auswärtssieg, Auswärtssieg" skandierten, war auf der einen Seite ziemlich mutig, auf der anderen Seite jedoch durchaus begründet. Denn für die Niners stand schon vor der Partie beim Tabellenzweiten fest, dass sie als Tabellenerster in die Playoffs starten werden. Am Ende sollte die mutige Chemnitzer Reisegruppe - aus Sachsen kamen rund 100 der 3400 Zuschauer - mit ihrer Prognose Recht haben. Ihr Team gewann 80:77 (45:40).

45 der Niners-Fans hatten sich am Samstagvormittag gegen 11 Uhr in Chemnitz auf die Reise in die Hanse-Metropole gemacht. Eine vorgeschriebene Pause da und ein paar Baustellen dort sorgten dafür, dass ihr Bus gegen 18.30 Uhr, und damit rund eine Stunde vor dem Anpfiff, die Spielstätte erreichte. "Auf dem Weg nach Hamburg gab es nicht nur Kaffee zu trinken", sagte Frank Kühn schmunzelnd. Seit den 1990er-Jahren ist er Anhänger der Niners und Mitglied des Fanclubs "Chemnitz-Crew".

Die Gästefans hatten zunächst allen Grund, sich lautstark bemerkbar zu machen. Denn das erste Viertel ging mit 23:18 an die Niners. Im zweiten Durchgang führte die Mannschaft von Coach Rodrigo Pastore 40:28, als plötzlich Feueralarm ausgelöst wurde. Alle Zuschauer mussten auf schnellstem Wege die Halle verlassen, konnten sich dabei zum Glück alle noch ihre Jacken schnappen. "Es wurde schnell klar, dass es sich um nichts Ernstes handelte. Wir haben die Zeit draußen genutzt, um mit den Hamburger Fans ins Gespräch zu kommen und gute Laune zu verbreiten", berichtete Kühn. Auch die beiden Mannschaften durften nicht in der Halle bleiben. "Unser Team siedelte in eine Gaststätte gleich neben der Halle um, hielt sich so im Warmen auf", sagte Niners-Sprecher Matthias Pattloch.

Über die Ursache des Alarms informierte später Pattlochs Hamburger Kollege Rupert Fabig. "Im VIP-Bereich hatte ein Brandmelder Alarm ausgelöst, ohne dass es gebrannt hatte", sagte der Hamburger. Vielleicht hatten die Anwesenden ja auch wegen des deutlichen Rückstands zu heiß diskutiert.

Nach rund 20 Minuten Zwangspause verkürzten die Towers und kamen zu Beginn des letzten Viertels auf 65:66 heran. Doch in dieser kritischen Phase traf immer wieder ein sehr gut aufgelegter Malte Ziegenhagen (insgesamt 16 Punkte), und Virgil Matthews spielte seine Erfahrung aus. So ließ sich der Ligaprimus die Führung nicht mehr aus der Hand nehmen. Hamburgs Trainer Mike Taylor sprach in der Pressekonferenz von einem starken Auftritt der Niners. Zu diesem Zeitpunkt lief schon längst der Busmotor warm, um Frank Kühn und seine Mitstreiter wieder nach Chemnitz zu bringen. Nach der Ankunft am Sonntagfrüh konnten die Insassen dann wählen, ob sie sich ins Bett fallen lassen oder gleich an den Frühstückstisch setzen wollten.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
1Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 0
    2
    acals
    25.03.2019

    Chemnitz. Punktet.

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...