Freizeittruppe mischt die Chemnitzer Volleyballszene auf

Die SG Helbersdorf hat erstmals die Deutsche Meisterschaft der Hobbymannschaften gewonnen. Ein Erfolg, von dem das eigentliche Aushängeschild des hiesigen Volleyballs weit entfernt ist.

Es ist Bewegung in der Chemnitzer Volleyballszene - in alle Richtungen. Denn während eine Freizeit- und Breitensporttruppe den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte feiert, ist bei einem anderen Verein die Zukunft noch völlig offen. Die Rede ist von den erfolgreichen Spielerinnen der SG Helbersdorf auf der einen und dem einstigen Drittligisten des Chemnitzer Polizeisportvereins auf der anderen Seite.

Zunächst die guten Nachrichten: Beim Finalturnier in Essen konnte die Mannschaft der SG Helbersdorf, die sich selbst auch Galaxy nennt, einen sensationellen Erfolg verbuchen. Gegen andere Amateurteams, die zu einem Großteil aus Spielerinnen bestehen, die früher höherklassig aktiv waren, setzten sich die Chemnitzerinnen durch und holten sich die Deutsche Meisterschaft. "Das hat geklappt, weil wir im Gegensatz zu vielen besser besetzten Konkurrentinnen als Mannschaft aufgetreten sind", sagt der Vater des Erfolgs. Der heißt Franklin Stöckel, hat früher selbst höherklassig Volleyball gespielt und vor 20 Jahren den kleinen Verein gegründet. Heute ist er Trainer und kämpft auch dafür, dass seine Damen nicht nur in der untersten Stadtliga schmettern und baggern dürfen.

"Durch den Gewinn der Stadtmeisterschaft haben wir uns nicht nur für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, wir könnten theoretisch auch in die Bezirksebene aufsteigen", sagt Stöckel. Das Problem: In den höherklassigen Ligen finden die Spiele ausschließlich an den Wochenenden statt - und das wollen nicht alle Spielerinnen. "Sie wollen weiterhin zu ihren Trainingszeiten an den Wochentagen spielen. Aber der Verband stellt sich dort quer", sagt Stöckel.

Also bleibt die Galaxy das, was sie in den vergangenen Jahren immer war: eine Talentschmiede für die umliegenden Vereine. Und damit kommt man auch unweigerlich bei den aktuell negativen Volleyball-Schlagzeilen an. Denn beim Chemnitzer PSV, der in der vergangenen Saison noch in der Dritten Liga spielte, hängt augenscheinlich der Haussegen schief. "Eine meiner Spielerinnen wollte höherklassig spielen und hat ein Probetraining beim CPSV mitgemacht", sagt Franklin Stöckel. "Sie ist förmlich davongerannt, weil die Stimmung dort ganz mies gewesen war."

Fehlender Teamgeist, zu hohe Erwartungen, Starallüren - der CPSV hatte in den vergangenen Wochen und Monaten mit etlichen Problemen zu kämpfen. Gestartet war das Team mit neuem Hauptsponsor, der sogar den Namen des Teams ändern ließ, und mit neuem Trainer. Das Ziel: Aufstieg in Liga zwei. Den hatten die CPSV-Damen ein Jahr zuvor sportlich geschafft, aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht wahrnehmen können. Was dann kam, war eine Saison zum Abhaken. Bis in die Schlussphase hinein ging es sogar gegen den Abstieg, der Sponsor wurde unruhig, Teile der Mannschaft stellten sich gegen den Trainer.

Das Resultat: Trotz des erreichten Klassenerhalts zog der CPSV seine Mannschaft aus der Dritten Liga zurück. Wie es in der kommenden Spielzeit weitergeht, ist noch völlig offen. Zwar hat der Verein das Spielrecht für die Regionalliga angemeldet, beim zuständigen Staffelleiter aber auch noch Bedenkzeit bis kommende Woche erbeten, ob es dabei bleibt. An diesem Wochenende soll es entscheidende Gespräche geben - zur Zukunft der Spielerinnen und auch des jungen Trainers Frieder Heinig. Der sagt nur: "Ich kann erst nächste Woche sagen, wie es weitergeht und ob ich noch Trainer bin."

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