Handball-Talent schlägt sofort ein

Die 18-jährige Leonie Meersteiner gehört seit kurzem zum Kader des Chemnitzer Drittligisten - auch wenn sie nicht immer voll trainieren kann.

In der Handball-Drittliga-Partie der Frauen zwischen dem HV Chemnitz und der HSG Rodgau aus Hessen in der Sachsenhalle ist die 26. Spielminute angebrochen. Die Chemnitzerin Leonie Meersteiner wird eingewechselt. 30 Sekunden später bekommt sie den Ball, läuft auf der linken Seite an den Kreis und trifft ins Tor. Am Ende gewinnen die HVC-Frauen das Spiel mit 30:26.

Für Meersteiner ist es erst der zweite Einsatz in der ersten Mannschaft. "Darauf bin ich schon ein wenig stolz", sagt sie nach dem Schlusspfiff. Und mit ihrer Leistung zeigt sich die HVC-Spielerin zufrieden. "Ich denke, dass ich vieles richtig gemacht habe. Am meisten habe ich mich über mein schnelles Tor gefreut", sagt die 18-Jährige.

Die Begegnung gegen Rodgau war von Beginn an spannend. "Wir waren gewarnt, wussten, dass die Gäste sehr spielstark sind. Doch wir haben bis zum Umfallen gekämpft. Natürlich schleichen sich dabei Fehler ein. Das ist normal", resümiert Meersteiner. Ihre ersten Drittligaminuten erlebte die auf Linksaußen Spielende in der Partie gegen die zweite Mannschaft von Halle-Neustadt in der Vorwoche. "Ich war schon ein wenig aufgeregt", gibt sie zu. Aber es lief hervorragend. Bei ihrem Debüt erzielte Meersteiner vier Tore und brachte sich immer wieder in Wurfposition. Darüber freute sich auch HVC-Trainer Thomas Sandner. "Leonie ist erst seit drei Spieltagen im Kader und hat überzeugt", so der Coach.

Auch in der Partie gegen Rodgau blitzen die Stärken der 18-Jährigen auf. Sie löst sich schnell von ihren Gegnerinnen und arbeitet sich mit mancher Finte an den Wurfkreis heran. "Leonie ist sehr abschlussstark und äußerst spielintelligent", nennt der Trainer zwei ihrer Stärken. Das habe sie schon in der zweiten Mannschaft, die in der Sachsenliga spielt, gezeigt. "Dort war sie ein wichtiger Baustein", sagt Sandner.

Welchen Unterschied sieht die HVC-Spielerin zwischen Sachsen- und Dritter Liga? "In der höheren Klasse ist die Gegenwehr größer. Das heißt, es wird körperlich härter gespielt", sagt Meersteiner. Wo sieht sie selbst noch Reserven? "Vor allem im Abschluss. Zudem muss ich meine Arbeit in der Abwehr verbessern", ist sie von Höhenflügen nach dem starken Debüt weit entfernt.

Leonie Meersteiner hätte, so Trainer Sandner, schon eher den Sprung in das Drittliga-Team schaffen müssen. Berufliche Gründe verhinderten das aber. "Leonie absolviert in Bamberg eine Ausbildung zur Bundespolizistin. Deshalb kann sie nicht regelmäßig bei uns trainieren", sagt der Trainer. Handballerin wollte Leonie Meersteiner schon immer werden. "Mit sechs Jahren stand ich zum ersten Mal auf dem Parkett", erzählt sie. Mit der ehemaligen Mädchen-Spielgemeinschaft HVC/BSV Limbach-Oberfrohna hat die in Hartmannsdorf Geborene und jetzt in Claußnitz Wohnende alle Nachwuchsklassen durchlaufen.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...