Hattrick binnen acht Minuten: Rapid schießt Freiberg ab

Die Kappler haben die Fußball-Landesliga-Partie mit 5:1 (3:0) gewonnen. Entschieden hat die Begegnung ein Spieler, der eigentlich das Tore-Verhindern gelernt hat.

Vielleicht lag es ja daran, dass die Partie kurzfristig um 45 Minuten nach vorne verlegt wurde. In diesen, den ersten 45 Minuten des Fußball-Landesliga-Spiels des BSC Rapid gegen den BSC Freiberg, verhielten sich die Gäste aus Mittelsachsen jedenfalls so, als hätte die Begegnung noch gar nicht begonnen. Die Folge: Nach gerade einmal 15 Minuten und drei Toren für die Chemnitzer war das Spiel faktisch entschieden.

"Wir sind von Beginn an aggressiv draufgegangen. Aber das muss man auch bei diesem tiefen Boden", sagte Rapid-Spieler Florian Mielke. Der 1,98 Meter große Kicker entschied sich folgerichtig, sein Heil in der Luft zu sorgen - und avancierte so zum Matchwinner. Binnen gerade einmal acht Minuten - zwischen 5. und 13. Spielminute - stieg Mielke drei Mal zum Kopfball hoch. Und traf drei Mal ins Tor. "Ich habe vor zwei Jahren im Dress von Kamenz schon mal einen Hattrick erzielt. Aber drei Tore per Kopf in einem Spiel, das habe ich noch nicht geschafft", berichtete der 24-Jährige.

Mielke stammt aus Cottbus, hat kurzzeitig für die U19 von Energie gespielt, stand später bei Budissa Bautzen und Einheit Kamenz unter Vertrag, als er in Dresden studierte. Für sein Masterstudium wechselte er im Sommer nach Chemnitz und schloss sich dem BSC Rapid an. Im Dress der Kappler gelangen ihm bereits acht Saisontore - Bestwert der Landesliga. Dabei hatte er früher eigentlich ganz andere Aufgaben als Tore zu schießen. "Ich bin gelernter Verteidiger", sagte Mielke. Als während seiner Zeit in Bautzen und Kamenz Not am Mann gewesen sei, habe ihn der Trainer im Sturm aufgestellt. "Da habe ich ein paar Buden gemacht." Folglich wechselte er im Sommer nicht als Verteidiger, sondern als Torjäger nach Chemnitz.

Mit den Kapplern spielt er eine gute Saison. Am Sonntag gegen Freiberg traf Kapitän Markus Vettermann nach der Pause zum 4:0, ehe Rick Römmler nach einem Abwehrfehler auf 1:4 für Freiberg verkürzte. Eine Schwächephase wie im vergangenen Heimspiel, als der BSC einen 3:1-Vorsprung noch hergab, leistete sich die Mannschaft von Thomas Schreyer dieses Mal aber nicht. Nach einem Solo vom starken Vettermann, der Erik Damisch freispielte, traf dieser zum 5:1-Endstand.

"Das Gegentor ärgert mich schon. Aber das ist Klagen auf hohem Niveau", meinte Trainer Schreyer nach der Partie. Den Schlüssel zum Erfolg sah er im aggressiven Pressing. "Wir haben Freiberg nie zur Entfaltung kommen lassen und mit den frühen Toren den Zahn gezogen." Dennoch sei er zur Halbzeitpause etwas unzufrieden gewesen: "Wir hätten schon früher das vierte und fünfte Tor erzielen müssen", sagte der Kappler Trainer. Sonderlob bekam der dreifache Torschütze. "Mit ihm haben wir einen Spieler, gegen den es die Verteidigung sehr schwer hat." Nach dem höchsten Saisonsieg trat Schreyer gleich auf die Euphoriebremse. "Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der zumindest an diesem Tag kein Landesliga-Format hatte."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...