Hochspringerin sorgt für größten Erfolg ihres Vereins

Die Leichtathletin Helena Börner von der SG Adelsberg hat in der Altersklasse U16 überraschend die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Dabei ist sie unter den Leistungssportlerinnen ihres Alters eher eine Ausnahme.

"Sensationell", "gigantisch" - Wolfgang Fischer hält seine Begeisterung nicht zurück. Er ist Vereins-Chef der SG Adelsberg. Und er freut sich über den bislang größten Erfolg für den 1500 Mitglieder starken Verein: eine Goldmedaille für eine Nachwuchs-Leichtathletin. "Wir sind sehr stolz", sagt Fischer.

Die Ehre gebührt Helena Börner. Die 14-Jährige hat bei den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U16 in Wattenscheid den Titel im Hochsprung gewonnen. Ein Sieg mit Hindernissen. Der Wettkampftag hielt ein hartes Programm parat. Los ging es mit dem Weitsprung-Wettbewerb. Die junge Sportlerin landete auf dem sechsten Rang - und musste wegen des engen Zeitplans sofort zum Hochsprung wechseln. "Das war gar nicht so schlecht, weil ich unter Spannung geblieben bin", sagt Börner. Zur positiven Anspannung kam aber noch eine gehörige Portion Nervosität dazu. "Zuletzt lief es im Training nicht so gut, deswegen war ich aufgeregt." Bei 1,57 Meter stieg sie in den Wettkampf ein. "Mein Ziel war es, zum ersten Mal über 1,70 Meter zu springen." Im sechsten Durchgang wurde die Latte bei 1,71 Meter aufgelegt. Helena Börner sprang - und riss die Querlatte. Im zweiten Versuch klappte es dann aber. Das bedeutete eine neue persönliche Bestleistung. Die Sportlerin der SG Adelsberg legte aber noch einen drauf und überquerte sogar die auf 1,74 Meter aufgelegte Latte. Das hieß Platz eins, neuer Deutscher Meister. "Ich war überrascht. Aber ich hatte mich in den Wettbewerb hineingesteigert", schildert die Chemnitzerin. Einen weiteren Versuch über eine noch höhere Latte unternahm sie nicht - weil sie zum Staffellauf wechseln musste. "Dann ging aber auch nichts mehr, die Spannung war weg."

Für die 14-Jährige war es der größte Erfolg. Ein Erfolg, der Trainerin Ria Herrmann nicht überrascht. Seit vier Jahren trainiere Helena bei ihr, berichtet Herrmann. "Vor etwa einem Jahr hat es Klick gemacht." Seitdem zeige die Leistungskurve nach oben. "Helena hat großes Potenzial", sagt die Trainerin. Sie sei groß und sehr ehrgeizig. "Sie weiß, dass man einen Tick mehr machen muss, um zu gewinnen." Das liegt wohl in den Genen. Helena Börner stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Ihre Mutter Anja war als Läuferin und Triathletin unterwegs, ihr Vater betrieb Zehnkampf. Helenas größere Schwester spielt Volleyball. Eine Profi-Sportlerin müsse aus ihrer Tochter aber nicht werden, sagt Mutter Anja. "Es ist schön, dass es derzeit so gut läuft. Aber irgendwann kommt man an seine Grenzen. Und wenn man dann neben dem Sport nicht noch was anderes hat, fällt man vielleicht in ein Loch."

Dass das nicht passiert, dafür sorgt die junge Athletin auch selbst. "Ich lasse nicht gern ein Training ausfallen, aber Schule geht vor." Das ist tatsächlich nicht ganz so einfach. Denn anders als viele erfolgreiche Sportlerinnen ihres Alters besucht Helena Börner keine Sportschule, in der Übungseinheiten und Unterricht genau abgestimmt sind. Sie lernt stattdessen am Chemnitzer Schulmodell und trainiert drei- bis viermal wöchentlich am Olympiastützpunkt im Sportforum. "Der Trainer spricht sich aber gut mit mir ab." Helena Börner betont zudem die gute Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, allen voran dem LV 90 Erzgebirge aber auch dem LAC Chemnitz.. SG-Adelsberg-Vereins-Chef Wolfgang Fischer hat deswegen keine Angst, dass seine Goldmedaillengewinnerin zu einem anderen Verein wechselt. "Sie kommt aus Adelsberg, ist hier heimisch und es hat aus meiner Sicht im Moment keinen Vorteil, woanders hinzugehen."

Und wo geht Helena Börners Reise hin? Im Weitsprung will sie die sechs Meter knacken. Und für die Disziplin Hochsprung gelte ohnehin eine besondere Formel, berichtet die neue Deutsche Meisterin: "Meine Trainerin hat zu mir gesagt: ,Man ist erst eine Hochspringerin, wenn man die eigene Körpergröße übersprungen hat'". Das habe sie sich zum Ziel gesetzt, sagt Helena Börner Die 14-Jährige ist 1,80 Meter groß - weiteres Wachstum nicht ausgeschlossen.

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