Höher, schneller, jung

Der Stadtsportbund Chemnitz hat zum achten Mal die besten Nachwuchsathleten des Jahres geehrt. Neben Leichtathleten, Turnern, Radfahrern und Mannschaftssportlern schaffte es auch ein Hund auf die Bühne.

Trotz ihres jungen Alters haben sie bereits eine gewisse Routine - beim Posieren für die Kameras. Brav standen die soeben als beste Nachwuchssportlerinnen und -sportler des Jahres 2018 geehrten jungen Leute auf der Bühne in der Galerie Roter Turm, hielten geübt ihre Urkunden hoch und setzten ein Siegerlächeln auf. Genauso also, wie sie es von Siegerehrungen nach Wettkämpfen kennen. Denn auf dem Podest haben sie alle schon oft gestanden - besonders das Jahr 2018 war für diese jungen Sportler erfolgreich.

"Diese jungen Athleten haben gezeigt, dass Chemnitz eine bunte und vielfältige Sportstadt ist", sagte Sportbürgermeister Ralph Burghart in seiner kurzen Rede. Jens Köhler, Vizepräsident des Stadtsportbundes, ergänzte in seiner Ansprache mit Blick auf die Ereignisse der vergangenen Tage: "Es ist schön, dass wir hier die schöne Seite von Chemnitz zeigen können. Ich hoffe zudem, dass in Zukunft alle mehr nachdenken, bevor sie irgendetwas sagen oder tun." Damit bezog sich Köhler auf einen Mitarbeiter des Stadtsportbundes, der die Trauerminute für einen bekannten Neonazi bei einem Spiel des Chemnitzer FC mit einem Eintrag bei Facebook verteidigte und daraufhin entlassen wurde.

Im Mittelpunkt des Abends standen aber die jungen Athletinnen und Athleten, die im vergangenen Jahr große Erfolge gefeiert haben. Vereine und Einzelpersonen konnten Vorschläge für die Prämierung der Sportler einreichen, eine Jury entschied anschließend, wer die Preise bekommt. Pro Kategorie gab es drei Ausgezeichnete.

Als beste Nachwuchssportlerin wurden Helena Börner geehrt. Die 15-jährige Leichtathletin der SG Adelsberg wurde im vergangenen Jahr Deutsche Meisterin der U 16 im Hochsprung. Außerdem wurde mit Emelie Vogelsang eine Eischnellläuferin als beste Sportlerin geehrt. Die 15-Jährige ist Deutsche Rekordhalterin im Sprintmehrkampf und konnte für den Eisschnelllaufclub Chemnitz einige internationale Rennen gewinnen. Dritte im Bunde ist Luna Rothenberger vom Ringerclub. Die 14-Jährige wurde Landesmeisterin und Deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse.

Bester Nachwuchssportler wurde zum einen Franz Werner. Der Radfahrer des Chemnitzer RSV war im vergangenen Jahr Leistungsträger der sächsischen Bundesligamannschaft. Höhepunkt für den 18-Jährigen war der Gewinn der Silbermedaille bei der Deutschen Straßenmeisterschaft. Auch Tarik Wagner wurde als bester Nachwuchssportler geehrt. Der 14-jährige Bogenschütze des BSC Chemnitz-Rabenstein wurde Deutscher Meister in seiner Altersklasse. Mit Partnerin Ally holte David Maurice Schaefer den dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Turnierhundesport, Disziplin Geländelauf - auch er wurde ausgezeichnet. Als bestes Team wurden die Flossenschwimmer des Tauchvereins geehrt, welche die Deutsche Jugendmeisterschaft gewannen. Auch die U 19 der Crashers, die Dritte in der Eishockey-Bundesliga wurde, bekam eine Auszeichnung. Ebenso wurden die jungen Gewichtheber des Chemnitzer AC für den Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft geehrt.

Für internationale Erfolge wurden Maxi Klötzer (Boxen), Lisa Zimmermann (Turnen) und Elea Gaba (Basketball) gewürdigt.


Engagiert im Ehrenamt: ein Mediziner, ein Junggebliebener und ein Halbstarker

Thomas Dressler war einer von drei Männern, die im Rahmen der Jugendsportlerehrung für ihr Engagement im Ehrenamt ausgezeichnet wurden. Der 43-Jährige ist seit vielen Jahren als Jugendtrainer der Volleyballer des Chemnitzer Freizeit- und Wohngebietssportvereins (CWSV) tätig. Auch als Dressler ein zeitaufwendiges Medizinstudium begann und anschließend eine eigene Praxis als Allgemeinmediziner eröffnete, blieb er dem Ehrenamt treu und begeistert noch immer junge Menschen für den Volleyballsport. (tre)

Lutz Peinelt wurde vom Stadtsportbund ebenfalls für sein großes und langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt. Seit 1972 ist Peinelt als Übungsleiter beim Chemnitzer Athletenclub (CAC) tätig, hat mit seiner Arbeit zahlreichen Sportlern das Gewichtheben nähergebracht und sie für diese Sportart begeistern können. Auch heute noch ist Lutz Peinelt, der in diesem Sommer seinen 70. Geburtstag feiert, als Trainer aktiv. "Er ist eine große Stütze für unseren Verein", heißt es in der Laudatio seines CAC. (tre)

Maximilian Schröder ist der jüngste im Bunde der ausgezeichneten Ehrenamtler. Der 20-Jährige war der Erste, der bei den Floorfighters Chemnitz ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. Er ist an drei Grundschulen aktiv, wo er im Ganztagsangebot Floorball unterrichtet. Als Trainer coacht er die U 13 des Vereins, seine Spieler dort nennen ihn liebevoll "Halbstarker". Zur Preisverleihung am Samstag konnte Schröder nicht da sein, er war mit dem Bundesligateam in Schenefeld und steuerte zwei Tore zum Klassenerhalt bei. (tre)

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