Husarenstück im Rückspiel

Die A-Junioren des CFC spielen in der kommenden Saison im Fußball-Oberhaus. Dazu hat auch ein Tor der Gäste beigetragen.

Noch dürfte es seine Zeit dauern, bis Erik Tallig, Ruben Neubauer, Stanley Keller oder Tom Ronny Fischer eine Familie gründen. Doch irgendwann können sie ihren Enkeln von einem Spiel berichten, indem sie als Teil der A-Junioren des Chemnitzer FC ein regelrechtes Husarenstück abgeliefert haben. Nachdem Chemnitz vor einer Woche beim Eimsbütteler TV im Hinspiel um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga beim 1:4 praktisch chancenlos war, drehten die Schützlinge von Trainer Kay- Uwe Jendrossek nun den Spieß im Sportforum um. Sie gewannen 5:1 nach Verlängerung und spielen in der kommenden Saison im deutschen Fußball-Oberhaus. "Großes Kompliment an die Jungs, die bis zum Schluss an sich geglaubt und gekämpft haben. Sie haben aus meiner Sicht eine kleine Sensation geschafft", sagte der Leiter des Chemnitzer Nachwuchsförderzentrums, Thomas Köhler.

Die Gastgeber machten von Beginn an deutlich, dass sie die Mission Aufstieg nicht abgeschrieben hatten. Nach einer reichlichen Viertelstunde ging der CFC durch Ruben Neubauer in Führung und hatte danach noch einige Möglichkeiten, auf 2:0 zu stellen. Von Eimsbüttel kam bis zur Pause offensiv kaum etwas, wobei die Norddeutschen auch nicht im Zugzwang waren. Nach dem Seitenwechsel blieb Chemnitz zwar präsent, doch CFC-Torwart Daniel Hemicker musste nun den einen oder anderen Leistungsnachweis erbringen. Die Jendrossek-Truppe ließ es vor den Augen der 1. Chemnitzer Mannschaft, die das Duell nach dem Training und vor der Abfahrt zum Freundschaftsspiel nach Pößneck verfolgte, zu keinem Zeitpunkt an Einsatzbereitschaft fehlen. Doch dann trafen die Gäste in der 79. Minute zum 1:1. "Das war ein Schlag ins Gesicht", so Jendrossek. Doch ein scheinbar unbegrenzter Wille war die Grundlage dafür, dass es der CFC-Nachwuchs noch schaffte, in Summe beider Spiele auszugleichen. Erik Tallig vom Elfmeterpunkt (85.) und Simon Noah Roscher (88.) brachten die Gastgeber 3:1 nach vorn. Das 4:1 in der fünften Minute der Nachspielzeit resultierte aus einem Eigentor der Gäste.

Insbesondere im zweiten Abschnitt der Zugabe machten sich bei beiden Teams Verschleißerscheinungen bemerkbar, immer wieder mussten Akteure wegen Krämpfen behandelt werden. Doch dann flippten die fast 500 Zuschauer auf der Tribüne fast aus, als Felix Onischke dass 5:1 markierte. "Wer das erste Spiel gesehen hat, hat wohl nicht mehr an uns geglaubt. Wie meine Jungs das durchgezogen und welchen Willen sie gezeigt haben, war überwältigend", sagte Trainer Jendrossek nach der Partie. So sah es auch Torschütze Tallig. "Ich finde gar keine richtigen Worte. Das war heute genau zur richtigen Zeit unser stärkstes Saisonspiel", sagte der 19-Jährige, der seit 2009 beim CFC ist.

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