Inklusion im Schwimmbecken

Geistig und körperlich behinderte Menschen sind bei einem Wettkampf an ihre Grenzen gegangen - und wurden von einem Sportstar dafür belohnt.

Hinter Dominik Heufelder, Felix Schnabel, Sweag Lipfert sowie Leon Schneider und Florian Karasz liegen aufregende, aber auch erfolgreiche Tage. Denn die Jungs haben als Schwimmstaffel ihr Bestes gegeben. Der Einsatz hat sich ausgezahlt, denn die Sportler im Alter von 14 bis 17 Jahren holten sich beim Landesfinale Schwimmen in Bautzen die Bronzemedaille.

Dabei mussten sie in vier Staffelwettbewerben (jeweils 4 x 25 Meter Brust, Schwimmen mit Brett und Rücken sowie 50 Meter Freistil ) versuchen, sich gegen die Konkurrenz aus neun anderen sächsischen Bildungseinrichtungen durchzusetzen. Die Tickets für eine Teilnahme an den Wettkämpfen in Bautzen hatte die Mannschaft beim Regionalfinale Chemnitz im April gelöst, als sie sich souverän durchsetzte. Die Leistungen der jungen Schwimmer sind nicht hoch genug einzuordnen, denn die Schüler lernen an der Förderschule Janusz-Korczak für geistig Behinderte in Chemnitz.

Mit ihrem Bronzeplatz setzte die Staffel eine erfolgreiche Tradition der Chemnitzer Förderschule fort. Denn von 2013 bis 2015 wurde die Schulmannschaft jeweils Landessieger und qualifizierte sich 2015 sogar für die Special Olympics World Games in Los Angeles, wo die Chemnitzer Starter mehrfach Bestleistungen erreichten. "Wir sind die vergangenen 15 Jahre ununterbrochen im Landesfinale dabei", sagt Lehrerin Kerstin Stopp, die nicht nur beim Schwimmtraining an der Schule federführend ist, sondern auch dem Verein zur Förderung von Integration durch Sport vorsteht. Unter Regie dieses Vereins fand in dieser Woche in der Schwimmhalle am Südring die achte Auflage des Chemnitzer Schwimmmeetings der Geistig- und Mehrfachbehinderten statt. Teilnahmeberechtigt waren nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behindertenwerkstätten.

Damit möglichst viele Schwimmer entsprechend ihrer Fähigkeiten dabei sein konnten, fanden die Wettbewerbe in verschiedenen Leistungsgruppen statt. Die rund 100 Starter waren mit Eifer und Einsatz dabei. Einen besonderen Moment erlebten die Förderschüler, als Malte Ziegenhagen, Basketballspieler und Kapitän der Niners Chemnitz, die Siegerehrung durchführte. Dominik, Felix, Sweag, Leon und Florian nutzen das Meeting, um sich den letzten Schliff zu holen. "Die Jungs konnten einen Tag vor ihrem Start in Bautzen noch einmal alle Wettkampfabläufe üben", sagte Heiko Köhn, der sich um die erfolgreiche Staffel kümmerte.

Durch die Teilnahme an den Wettkämpfen werden die Kinder auf mehreren Ebenen gefördert, sagte Kerstin Stopp. "Die geistig behinderten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen zeigten ihr Bestes und erlebten dank der Unterstützung der Sponsoren einen unvergesslichen Tag. Für mich stellen diese Veranstaltungen Integration pur dar."

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