Kleiner Kader vor großer Aufgabe

Die A-Junioren des Chemnitzer FC sind nach dem Abstieg aus der Bundesliga in der Regionalliga angekommen. Die Krise des Vereins schlägt sich auch bei den Talenten nieder.

Staaken, Zehlendorf, Merseburg: Die Namen sind lange nicht mehr so klangvoll wie jene der Teams, die sich in der vergangenen Saison im Sportforum vorstellten. Damals war der Nachwuchs des Hamburger SV zu Gast, genauso wie die Talente von RB Leipzig und Werder Bremen. Das ist vorbei: Wie die Profi-Mannschaft des Chemnitzer FC mussten auch die U19-Fußballer der Himmelblauen den Gang in die Regionalliga antreten. Allerdings kamen die Junioren aus der höchsten Spielklasse. In der Bundesliga gab es für die Chemnitzer jedoch nicht viel zu holen. Nur 13 Punkte sammelte das Team, das bedeutete den Abstieg als Tabellenletzter nach nur einem Jahr in der Elite-Klasse. "Wir haben Woche für Woche auf den Sack bekommen. Das war ein Lehrjahr", sagt Trainer Kay-Uwe-Jendrossek.

Nun also der Neustart in der Regionalliga. In die Saison gehen die Sachsen mit einem schmalen Kader. 16 Feldspieler und zwei Torhüter stehen dem Coach zur Verfügung, nur sieben Akteure, die Bundesliga-Erfahrung sammelten, sind noch dabei. Dass der Kader mit zuletzt 25 Spielern deutlich verkleinert wurde, sei aber auch gewünscht gewesen, sagt Jendrossek. "Bei 25 Spielern entsteht Unruhe, weil manche kaum zum Einsatz kommen."

Die Mannschaft für diese Saison muss im Gegensatz zu der des Vorjahres auch ohne Verstärkungen von außerhalb auskommen, hat stattdessen sogar einen Top-Spieler an Magdeburg verloren. Das hängt auch mit der Krise des Vereins zusammen, der ein Insolvenzverfahren durchläuft und sparen muss. Laut Insolvenzverwalter Klaus Siemon wurde der Etat des Nachwuchsleistungszentrums um ein Drittel auf rund 400.000 Euro gesenkt. Größere Honorare, wie sie auch in der A-Jugend schon üblich sind und mit denen Talente angelockt werden könnten, sind deswegen nicht drin. "Wir müssen ausschließlich auf unsere eigenen Leute schauen", sagt Jendrossek. Trainingsbedingungen und medizinische Betreuung seien trotz der Einschnitte im Etat aber gut, betont der Coach.

Seine Mannschaft sieht er nicht in der Favoritenrolle um den Aufstieg in die Bundesliga. "Wir müssen erstmal wieder ein Gefühl für Erfolge bekommen", sagt Jendrossek. Am ersten Spieltag gelang das - wenn auch knapper als gedacht. Gegen Aufsteiger Staaken aus Berlin-Spandau gewannen die Himmelblauen nach 2:0-Führung und 2:3-Rückstand noch mit 5:3. Der Trainer war danach dennoch sauer. "Das war arrogant und fahrlässig. Die Leidenschaft hat gefehlt", bilanzierte er.

Trotz des nicht überzeugenden Saisonstarts hat der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Thomas Köhler große Erwartungen an die U19-Mannschaft. "Das Team hat das Potenzial, wieder aufzusteigen", sagt Thomas Köhler und ergänzt: "Wir stehen nicht unter Druck, schielen aber nach oben." Einige Spieler trainierten bereits bei den Profis des CFC mit. Die dort gesammelte Erfahrung sollte dem A-Jugend-Team helfen, so Köhler. An diesem Wochenende ist der Gegner wieder ein namhafter: Die CFC-Junioren sind am Samstag bei Hansa Rostock zu Gast.

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