Kletter-Max im Prüfungsstress

Dominik Röber hat bei der Erzgebirgsrundfahrt mit starken Antritten am Berg überzeugt. Am Tag darauf musste der Chemnitzer auch gedanklich fit sein.

Dominik Röber hatte am Montagvormittag einen wichtigen Termin. Er musste am Sportgymnasium in Chemnitz seine mündliche Englischprüfung ablegen. Diese Hürde übersprang er. Eine ganz andere, ebenso anspruchsvolle Aufgabe musste der 19-Jährige am Sonntag lösen. Denn der Radrennfahrer ging mit seinen Kollegen vom Team P & S Metalltechnik bei der Erzgebirgsrundfahrt in Einsiedel an den Start. Und dabei legten Röber und Co. den ganz großen Gang ein. Denn Teamkollege John Mandrysch gewann nach 172 Kilometern, Röber wurde Zweiter. "Nach der Vizemeisterschaft im Bergfahren und einem 6. Platz bei der Sauerland-Rundfahrt der Junioren ist dieser zweite Platz für mich der bisher größte sportliche Erfolg", sagte der Gymnasiast, der 2019 das zweite Jahr in der Altersklasse U 23 sowie bei P & S fährt.

Röber begann mit dem Radfahren in Zwickau, ein Nachbar hatte ihn dazu animiert. Zunächst fuhr er hobbymäßig mit dem Mountainbike, entdeckte dann aber bald die Liebe zum Straßenrennen. 2012 erfolgte der Wechsel an die Sportschule Chemnitz, zugleich trainierte er am Stützpunkt im Sportforum bei Steffen Haslinger. Um seinen Körper für die Aufgaben im Rennsattel fit zu bekommen, absolviert er pro Woche mindestens fünf Trainingstage, manchmal geht es auch je nach Belastungsprogramm ohne Pause durch. Und die Schinderei bei Wind und Wetter hat sich auch am Sonntag ausgezahlt. Denn neben dem zweiten Platz in der Tageswertung holte sich Röber bei der Erzgebirgsrundfahrt auch noch den Kletter-Max-Titel des besten Bergfahrers. "Die Runde mit ihren drei Anstiegen kam mir als Bergfahrer sehr entgegen", sagte der 1,86 Meter große und 67 kg schwere Athlet über die knapp 43 Kilometer lange Schleife, die das Peloton viermal absolvieren musste.

Doch nicht nur die sportlichen Parameter stimmen bei Röber. Auch der intakte Wohlfühlfaktor spiele eine große Rolle. Denn bei seinem Team herrschten großer Zusammenhalt und Harmonie. "Ich glaube, dass diese Faktoren den Erfolg ausmachen", sagte der Sachse. Zudem hat Röber bei der Truppe etwas kennengelernt, was er so noch nicht erlebt hat. "Die Sportlichen Leiter, mit denen ich bisher zu tun hatte, haben uns zum Training immer im Auto begleitet", berichtete der Tageszweite. Doch Lars Wackernagel, der Chef seiner aktuellen Mannschaft, ist stets mit dem Rennrad dabei. Da könne sich der Coach ganz aus der Nähe anschauen, was seine Schützlinge leisten.

Nach der Triumphfahrt durch das Erzgebirge warten auf Röber nun schon die nächsten Aufgaben. Am kommenden Sonntag steht eine Teilnahme beim traditionellen Rennen "Rund um Großwaltersdorf" auf dem Plan, zudem hat die Nachwuchshoffnung die Deutsche Meisterschaft im Bergfahren und auf der Straße (U 23) im Blick. Außerdem liebäugelt der Radsportler für den Nationen-Cup in Tschechien mit einer Berufung in das Nationalteam. Viel Zeit, sich über die geplanten Starts Gedanken zu machen, hatte Röber am Montag nicht. Denn nach der bestandenen Englischprüfung und einer Mittagspause begann die nächste Trainingseinheit.

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