Laufkultour-Organisatoren planen für 2020 Neuauflage

Nach zwei Jahren Auszeit war das Projekt in diesem Sommer mit neuem Konzept wiederbelebt worden. Nach dem erfolgreichen Abschluss steht fest: Es soll weitergehen - wenn auch mit Veränderungen.

Das Ende glich ein wenig dem Anfang: Wie beim Start der Laufkultour zehn Tage zuvor, ließ es sich TU-Rektor Prof. Dr. Gerd Strohmeier auch diesmal nicht nehmen, die Sportler ein Stück zu begleiten. Von ihm angeführt, erreichten sie am Sonntag kurz nach 19.30 Uhr den Neumarkt. Aus dem Stadtverordnetensaal, wo Vertreter von Parteien und Medien auf die Bekanntgabe der Landtagswahlergebnisse warteten, war Finanzbürgermeister Sven Schulze vor das Rathaus gekommen, um die Sportler zu begrüßen. "Es ist schön, dass Sie die Tradition wieder aufgegriffen haben", sagte er und überreichte Hauptorganisator Philipp Liebs einen Umschlag mit einer Geldspende von der Stadt. Die geht an die "Aktion Benni & Co". Der gleichnamige Verein engagiert sich für Jungen, welche an der Krankheit Muskeldystrophie Duchenne leiden. Auf der Tour sei ein hoher dreistelliger Betrag an Spenden für die Aktion eingeworben worden, sagte Organisator Steffen Kehrer.

"Am meisten freuen wir uns jetzt auf Schlaf und vorher auf eine Dusche", sagte Liebs, bevor die Läufer und Radfahrer das letzte Teilstück zum TU-Campus an der Reichenhainer Straße in Angriff nahmen. Denn am vorletzten Etappenziel am Samstagabend in Weimar hätten keine Duschen zur Verfügung gestanden. Und die drei letzten Etappen von Soest bis Kassel, von Kassel bis Weimar und schließlich zurück bis Chemnitz seien mit 140 bis 160 Kilometern Länge und jeweils etwa 1000 Metern Höhenunterschied die härtesten der gesamten Tour gewesen, ergänzte Event-Organisator Florian Mauersberger.

Der größte Empfang sei den Teilnehmern in Koblenz zuteilgeworden, wo sie in der Halbzeitpause des Fußball-Regionalligaspiels Rot-Weiß Koblenz gegen 1. FC Saarbrücken von 1100 Fans beider Mannschaften und der Koblenzer Bürgermeisterin Ulrike Mohrs im Stadion begrüßt wurden. "Wir bekamen Currywurst und von einem örtlichen Brauer alkoholfreies Radler spendiert", berichtete Liebs. In der Chemnitzer Partnerstadt Düsseldorf wurden die Studierenden von Oberbürgermeister Thomas Geisel empfangen. "Er ist ja selbst begeisterter Läufer, der schon mehrere Marathonläufe unter anderem in Chemnitz bestritten hat. Er hat uns zum nächsten Düsseldorf-Marathon eingeladen. Es wäre schön, wenn wir das hinbekämen", erzählte Liebs.

"Ich bin auch sonst sehr sportlich und fand das Projekt sehr interessant", begründete Luise Zechner ihre Teilnahme an der Laufkultour. Die Strapazen habe sie gut überstanden, so die 22-jährige Studentin im Master-Studiengang Medical Engineering. "Vom vielen Radfahren tut der Po etwas weh, aber das gibt sich wieder", sagte sie und freute sich ebenfalls am meisten auf eine Dusche.

Von 2007 bis 2016 waren TU-Studenten jedes Jahr zu einer 4000 Kilometer langen Deutschlandumrundung aufgebrochen. Zuletzt hatte die Laufkultour aber zwei Jahre ausgesetzt. Die Neuauflage in diesem Jahr sah ein verändertes Konzept vor: Die Sportler begaben sich in zehn Tagen nach Düsseldorf und zurück - insgesamt 1300 Kilometer. Pro Tag musste jeder der insgesamt zwölf Frauen und Männer eine Stunde laufen und elf Stunden Rad fahren. Das Prinzip habe sich bewährt und es werde "auf jeden Fall" eine Neuauflage im kommenden Jahr geben, sagte Organisator Liebs. Man wolle auch Düsseldorf als Zielort beibehalten, unterwegs aber andere Städte als in diesem Jahr anlaufen. "Zudem werden wir wohl die Streckenlänge etwas verkürzen. Selbst die Top-Athleten in unserem Team waren am Limit", so Liebs. Er hat bereits in sozialen Netzwerken einen Aufruf an Interessenten gestartet, sich für die Tour 2020 zu melden.

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