Meisterfeier mit Bierdusche: Der CFC ist sportlich aufgestiegen

Die Himmelblauen haben mit einem 1:1 gegen Meuselwitz die Meisterschaft in der Regionalliga perfekt gemacht. Die Stimmung war dennoch getrübt.

Der Meuselwitzer Trainer Heiko Weber hatte eine Vorahnung. Zur Pressekonferenz nach der Partie erschien er mit einer übergestreiften Regenjacke. Seine Vorsicht sollte sich auszahlen, denn die Spieler des Chemnitzer FC stürmten den Raum und verpassten ihrem Trainer David Bergner eine ordentliche Bierdusche - auch Weber bekam mehr als einen Tropfen ab. Dieser kollektive Überfall kam aber letztlich für keinen so richtig überraschend, denn durch das vorher erkämpfte 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen die Thüringer hatte sich der CFC vorzeitig die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nordost gesichert.

Kapitän Dennis Grote versicherte, dass vor dem Spiel keine Feier geplant gewesen sei. "Jetzt werden wir uns aber schnell etwas einfallen lassen, spontane Partys sind ja immer die besten", so der Mittelfeldstratege. Doch die Rahmenbedingungen im Stadion an der Gellertstraße waren alles andere als meisterlich. So passte das nasskalte Wetter irgendwie zur ganzen Atmosphäre. Gemäß den Sanktionen des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes fand die Begegnung vor einer leeren Südtribüne statt. Das wirkte sich auf die Zuschauerzahlen aus: Nur 2950 Fans sahen die Partie. "Klar war die Stimmung nicht wie sonst. Es war ein trauriger Rahmen für das, was wir erreicht haben", sagte Grote und ergänzte: "Aber wir mussten das akzeptieren und werden nun zum letzten Heimspiel gegen Bischofswerda einiges nachholen." Nach dieser Partie am 18. Mai soll es eine Meisterfeier geben, kündigt der Verein an.

Am Samstag dauerte es zunächst, bis beide Teams Betriebstemperatur erreichten. Ein Freistoß, getreten von Paul Milde, stellte für Meuselwitz-Schlussmann Chris Kroner in der 12. Minute kein Problem dar. Danach entwickelte sich kein Chancenfestival, vielmehr zogen es beide Teams vor, sich im Mittelfeld zu bekämpfen. Einem Führungstreffer näherten sich die Gastgeber nach einer halben Stunde an. Erst wurde ein Schuss von Rafael Garcia aus Nahdistanz abgeblockt, dann verzog Tobias Müller knapp.

Der CFC suchte nach dem Seitenwechsel zielstrebiger den Weg Richtung Meuselwitzer Strafraum und wurde bald dafür belohnt. Daniel Frahn hatte nach einem genialen Pass von Grote am gegnerischen Strafraum plötzlich sehr viel Platz und zirkelte das Spielgerät zum 1:0 in die Maschen. (54.). Als sich gerade Feierlaune auf der Gegengerade des Stadions breitmachen wollte, betätigte sich der Meuselwitzer Michael Rudolph als Spaßbremse, indem er zum 1:1 ausglich (58.). In der 81. Minute war es dem Chemnitzer Schlussmann Joshua Mroß zu verdanken, dass es beim Remis blieb: Er klärte einen Schuss von Andy Trübenbach aus Nahdistanz. Die Schlussphase gehörte dem CFC, aber es blieb beim 1:1.

"Mit dem Punkt sind wir Meister und das ist es, was zählt", fasste Grote zusammen, der zugleich wusste, dass nicht alles rund lief: "Meuselwitz stand hinten drin, was auch legitim ist. Dadurch ist es uns ganz selten gelungen, die Räume zu erspielen, die wir für klare Torchancen brauchen", sagte der Kicker, der nach der Saison die Himmelblauen Richtung Essen verlässt.

Trainer Bergner gab seinem Team bis Donnerstag frei. Kapitän Grote stellte indes klar, dass man die verbleibenden zwei Ligapartien ernst nehmen werde. "Wir werden weiter konzentriert trainieren, uns auf die beiden Punktspiele vorbereiten und dann noch auf die Karte Pokalfinale setzen", kündigte er an, während sich sein Coach um Wechselkleidung bemühte. Das Pokalfinale gegen Zwickau steigt am 25. Mai.


Kommentar: Ein Erfolg und viele Probleme

Der sofortige Wiederaufstieg des Chemnitzer FC ist eine starke Leistung. Auf dem Weg in die dritte Liga hat der Verein aber noch viele Baustellen. Die Verbesserung der finanziellen Situation, um die Lizenz zu erhalten, ist eine. Die Verstärkung des Kaders eine andere; vor allem der Abgang von Kapitän Grote wiegt schwer. Die größte Baustelle ist aber wohl das Verhältnis zwischen Clubführung und Anhängern. Die befürchteten Übergriffe nach der Sperrung der Südtribüne blieben am Samstag aus. Dafür forderten einige Anhänger erneut lautstark das Aus für Insolvenzverwalter Klaus Siemon - was andere Fans mit Pfiffen quittierten. Der CFC muss nicht allen, die sich als Anhänger bezeichnen, von den aber viele auch ihre eigene Agenda verfolgen, entgegenkommen. Dass das Vereinsleben aufgrund blockierter Gremien wie Aufsichtsrat und Vorstand aber komplett am Boden liegt, kann nicht gut sein. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    1
    KarlChemnitz
    06.05.2019

    Liebe Blacki: Ich dachte immer, Sie sind einigermaßen intelligent. Der CFC befindet sich in einem laufenden Insolvenzverfahren, das heißt, ein bestellter Insolvenzverwalter versucht gerade, die Pleite abzuwenden: Mit derzeit offenem Ergebnis.

  • 2
    11
    Blackadder
    06.05.2019

    Kann man aufsteigen, wenn man pleite ist? Also rein theoretisch?

  • 3
    4
    mathausmike
    06.05.2019

    Und jetzt noch den Sachsenpokal:
    Berlin,Berlin!Wir fahren nach
    Berlin! :-)



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