Mit 72 Jahren einer der schnellsten im Wasser

Detlef Treptow ist einer der erfolgreichsten Masters-Schwimmer aus Chemnitz. Fast wäre er im Kader für Olympia 1964 in Tokio gelandet.

In der Schwimmhalle des Sportforums hat Detlef Treptow beim Training noch gut zehn Meter zurückzulegen - dann sind die 200 Meter Lagen geschafft. Sofort wird die Zeit mit Trainer Detlef Baer ausgewertet - das hier ist mehr als nur Freizeitsport. Treptow gehört zu den Masters des Schwimm-Clubs Chemnitz (SCC). Das sind Freizeitschwimmer, die etwas für ihre Fitness tun, aber auch leistungsorientierte Schwimmer und ehemalige Olympiasieger oder Nationalmannschaftsmitglieder, die heute noch an nationalen und internationalen Wettkämpfen für Senioren teilnehmen.

Zu Letzteren zählt Detlef Treptow. Der 72-Jährige war bei den jüngsten Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Hannover einmal mehr der beste Chemnitzer. Neben dem Mehrkampftitel gewann er dort Gold über 100 Meter Lagen. Der Medaillensatz wurde durch eine Bronze- und zwei Silbermedaillen komplettiert.

Für die Erfolge geht Treptow dreimal in der Woche ins kühle Nass. "Montags und donnerstags ist Training angesagt", verrät er. Doch für den Chemnitzer reicht das nicht aus. "Ich steige oftmals auch am Mittwoch ins Becken." Vor allem im Lagenschwimmen hat Treptow zusammen mit seinen SCC-Vereinsmitgliedern auf internationaler Bühne für Furore gesorgt. "Unser größter Erfolg war 2013 die Bronzemedaille in der Mix-Lagenstaffel bei den Europameisterschaften der Masters in Eindhoven - zusammen mit Kathrin Weiß, Jana Gräbner und Hans Klosz", erzählt Treptow. Und die Chemnitzer 4 x 100 Meter-Mix-Lagenstaffeln mit Detlef Treptow standen sogar für einige Zeit im internationalen Rekordbuch. "Bei den Deutschen Meisterschaften 2011 in Hannover und 2013 in Wetzlar stellten wir zwei Europarekorde auf. Beide sind aber nicht mehr gültig", sagt der Masterschwimmer.

Angefangen mit dem Schwimmen hat Treptow mit sieben Jahren bei der Betriebssportgemeinschaft Wismut Schneeberg. "Nebenbei habe ich Wasserball gespielt", sagt er. Im Schwimmen ging es bergauf. Fast wäre er sogar im Olympiakader für Tokio 1964 gelandet. "Darüber, dass es nicht geklappt hat, war ich traurig, denn der Grund lautete: Ich war ein Jahr zu alt. Aber für die Teilnahme an den Olympischen Spielen hätte es sicher eh nicht gereicht", gibt er zu. Mehr Gefallen habe er später erst einmal am Wasserball gefunden. "Als Jugendlicher spielte ich in Schneeberg. Durch mein Maschinenbau-Studium kam ich nach Karl-Marx-Stadt und konnte beim dortigen SCK weiter diese Ballsportart betreiben", sagt Treptow. Doch mit dem Wasserball sei es immer mehr bergab gegangen. Um der Sportart weiter nachzugehen, kam er zur damaligen BSG Motor Schönau. Vertreter dieses Vereins trieben fortan die Wiedergründung des Schwimm-Clubs Chemnitz vom 1892 voran, die am 25. Mai 1992 zustande kam. "So bin ich zum SCC gekommen, war erst bei den Seniorenschwimmern und später bei den Masters", so Treptow.

Nun gehört er zu den Aushängeschildern im Verein. Das habe er nicht allein geschafft, betont Treptow. "Das habe ich zum großen Teil meinem Trainer Detlef Baer zu verdanken. Er bringt mich und viele andere mit seinen Erfahrungen immer wieder zur rechten Zeit in die richtige Form."

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