Mit Spaß zum Erfolg: HVC feiert den Klassenerhalt

Die Handballfrauen des HV Chemnitz haben im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die 3. Liga den Klassenerhalt geschafft. Großen Anteil daran hatte der neue alte Trainer.

Der 1. Mai ist ein bundesweiter Feiertag. Für die Handballerinnen des HV Chemnitz ist dieses Datum aber zugleich auch eines, das sie mit den größten Erfolgen der jüngeren Vereinsgeschichte verbinden. Denn vor einem Jahr, am 1. Mai 2018, gelang ihnen im Rückspiel der Abstiegsrelegation gegen Herzogenaurach der Klassenerhalt in ihrer ersten Drittligasaison. Trainer damals war Thomas Sandner, er räumte nach einer nervenaufreibenden und zeitaufwendigen Saison seinen Posten.

Genau ein Jahr später, am 1. Mai dieses Jahres, konnten die Frauen des HVC erneut den Klassenerhalt bejubeln. Mit dem 25:20-Sieg am letzten Spieltag beim Tabellenletzten Weiterstadt und der gleichzeitigen Niederlage des direkten Konkurrenten Ober-Eschbach hielten sie die Klasse in letzter Sekunde. Trainer der Chemnitzerinnen war dabei wieder Thomas Sandner. Der 51-Jährige war Anfang des Jahres zurückgekehrt, weil in der Mannschaft nichts mehr rundlief.

Mit einigen Tagen Abstand sagt Sandner jetzt: "Ich wollte eigentlich erst einmal nichts mehr mit Handball zu tun haben. Aber als mich HVC-Präsident Mario Schmidt gefragt hat, ob ich wieder einsteige, konnte ich nicht ablehnen. Dafür liegen mir die Mädels zu sehr am Herzen." Sandners wichtigste Amtshandlung: Er brachte den Spielerinnen, die auch in der 3. Liga reine Amateure sind, den Spaß zurück. Sein erst im vergangenen Sommer zum HVC gewechselter Vorgänger Robert Flämmig hatte viel Wert auf Disziplin und Trainingsfleiß gelegt, dementsprechend auch seine Aufstellung gewählt. "Das hat aber nicht wirklich hingehauen, weil viele der Spielerinnen durch Beruf und Familie eben nicht immer zum Training kommen konnten. Damit muss man umgehen können", sagt Sandner. "Viele der Mädels waren etwas verunsichert und hatten keine wirkliche Motivation mehr."

Bis das "System Sandner" wieder griff, dauerte es eine Weile - auch die ersten Spiele unter dem neuen und alten Trainer gingen verloren. Stück für Stück fanden Mannschaft und Coach aber zusammen und entwickelten einen Weg, wie die eigene Spielidee wieder funktioniert. Das Resultat war der erneute Klassenerhalt und eine lustige Rückfahrt vom letzten Auswärtsspiel. "Es war etwas lauter im Bus", sagt Sandner und lacht. "Genauso lustig war es in der vergangenen Woche, als wir unsere letzte Trainingseinheit vor der Pause hatten. Da gab es Fußball, bunte Perücken und auch das ein oder andere Getränk während der Einheit."

Bis Mitte Juni haben die HVC-Frauen nun frei, dann startet die Vorbereitung auf die neue Saison - mit Trainer Thomas Sandner. "Ja, ich werde weitermachen, weil die Mädels in den vergangenen Wochen so unglaublich toll mitgezogen haben", sagt er. "Grundbedingung dafür ist aber auch, dass wir den Verein strukturell auf eine höhere Ebene heben müssen." Damit meint der Trainer, dass Präsident Schmidt in organisatorischen Angelegenheiten entlastet werden müsse und dass mehr Sponsoren für den Verein gewonnen werden sollen. Daran arbeite man schon jetzt auf Hochtouren.

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