Moderner Sportkomplex entsteht in historischer Anlage

Der Jahnbaude soll im März eröffnet werden. "Freie Presse" hat sich die beiden Hallen jetzt schon einmal angeschaut - in der sich aus Sicherheitsgründen noch keine Sportgeräte befinden.

Wer an der Jahnbaude an der Fürstenstraße vorbeiläuft, sieht kaum noch Handwerker. Doch der Schein trügt: Die Arbeiten an diesem Großprojekt sind lange nicht abgeschlossen. Denn im Innern des Gebäudes wird noch fleißig gewerkelt.

In der Zweifelder-Halle, einem kompletten Neubau, schlägt dem Besucher sofort das satte Grün des Parketts entgegen. "Hier sind die Arbeiten fast abgeschlossen", sagt Michael Stötzer, Leiter Gebäudemanagement und Hochbau (GMH) der Stadt Chemnitz. Kurz vor der Übergabe erfolge noch eine Endreinigung des Bodens. Dabei werde ein Pflegemittel aufgebracht. "Das können wir aber erst am Schluss machen, weil noch gebohrt wird und Staub auf den Belag fällt."

In der neuen Sporthalle können Fuß-, Basket- und Volleyball gespielt werden. Die Wände sind mit einem braunen Prallschutz versehen, der vor Verletzungen schützen soll. Zwischen den Wänden sind abgegrenzte Räume angebracht, einer davon ist der Geräteraum. Von Sportgeräten ist aber nichts zu sehen. "Wegen einigen Einbrüchen in den vergangenen Monaten haben wir uns entschieden, dass wir die Turn- und Spielgeräte erst kurz vor der Übergabe hineinstellen", erklärt Stötzer.

Gewerkelt wird für kurze Zeit noch an den Zuschauerrängen. "Nahezu 160 Besucher finden dort Platz", sagt der Gebäudemanagement-Chef. In den kommenden Wochen erfolge auch die Endmontage der Beleuchtung. Davon zeugen schon jetzt zahlreiche Kabel, die man auf dem Weg in die neue Zweifelder-Halle hängen sieht. "Die Elektroarbeiten sind in vollem Gang, das heißt, die Kabel werden in den nächsten Tagen angeschlossen", erklärt Stötzer. Ins Auge fällt der barrierefreie Zugang. "Somit kommen Behinderte nicht nur ohne Probleme in die Halle, sie können zudem den Aufzug nutzen, der sie auf die Zuschauerränge bringt", betont der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

Auch an der 1929 errichteten Jahnbaude, die sich unmittelbar daneben befindet, sind nach wie vor zahlreiche Handwerker beschäftigt. In den einzelnen Räumen müssen Fußböden und Fliesen verlegt werden. "Darüber hinaus erfolgt die Installation der Sanitäranlagen. Anschließend kommen die Maler", ergänzt Stötzer. In beiden Etagen entstehen je vier Umkleideräume. "Die Jahnbaude zu sanieren, war nicht einfach, weil das Objekt unter Denkmalschutz steht", betont der Fachmann. Einige Dinge fallen dem Besucher sofort ins Auge, wie die Umkleide- und Sanitärräume im oberen Geschoss. "Die sehen aus wie zwei eingebaute Boxen oder Container aus Zement. Das hängt damit zusammen, dass wir die Decke laut Denkmalschutz nicht zerstören durften", sagt Stötzer. So müssten auch an der Fassade noch Klinker ausgetauscht werden.

Bereits fertig gestellt ist der neue Kunstrasenplatz auf dem ehemaligen Hartplatz. Die Maße entsprechen den Normen des DFB. "Somit können auf dem Platz neben dem Training Punktspiele ausgetragen werden", so der GMH-Leiter.

In der ersten Märzwoche soll die Übergabe der neuen Sporthalle und der sanierten Jahnbaude erfolgen. "Wir müssen uns sputen, dass wir bis dahin alles schaffen", sagt Stötzer. Ursachen für die sich immer wieder in die Länge ziehenden Arbeiten seien der harte vergangene Winter und mehrere Diebstähle auf der Baustelle gewesen. So rissen Unbekannte 50 Meter neu verlegtes Kabel aus den Wänden. "Darüber hinaus mussten wir einer Firma kündigen, weil sie die vereinbarten Leistungen nicht erbracht hatte", sagt Stötzer. 4,6 Millionen Euro soll das Großprojekt kosten. "Ob der Kostenrahmen eingehalten wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Das wird die Endabrechnung zeigen", so der Leiter vom Gebäudemanagement.


Halle kann von 7 bis 22 Uhr genutzt werden

Auf dem Gelände der Jahnkampfbahn wurde eine neue Zweifeld-Sporthalle gebaut und zudem die 1929 errichtete Jahnbaude saniert. Letztere steht unter Denkmalschutz.

Die neue Sporthalle ist nach Angaben der Stadtverwaltung mit der doppelten Anzahl an Umkleide- und Sanitärbereichen ausgestattet, sodass eine gleichzeitige Nutzung der Außen- wie Innensportflächen gewährleistet sei. Dadurch könne die Halle von 7 Uhr bis 22 Uhr durch den Schulsport und Vereine genutzt werden.

Im historischen Gebäude der Jahnbaude entstehen ein Gymnastikraum, vier Sanitär- und Umkleidebereiche für Sportler und jeweils zwei Zimmer für Sportlehrer bzw. Schiedsrichter mit Sanitäranlagen. Während der Altbaubereich mit Fußbodenheizung ausgestattet ist, wird das Spielfeld in der neuen Zweifelder-Halle mit einer Deckenstrahlheizung beheizt. (ms)

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