Nach 13 Jahren CFC: Scheffel heuert am Rhein an

Der von vielen Verletzungen geplagte Abwehr- spieler hat bei Wormatia Worms einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten. Vorausgegangen war eine monatelange Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Er hat in seiner jungen Karriere schon viel ertragen müssen. Tom Scheffel ist erst 24 Jahre alt. Was ihm an Verletzungen widerfuhr, reicht für ein langes Fußballer-Leben. Der ehemalige Profi des Chemnitzer FC zog sich zwei Kreuzbandrisse zu und erlitt im vergangenen Frühjahr einen Muskelteilabriss. Erst Anfang Juli konnte er wieder trainieren. Für einen Vertrag beim CFC, dessen Trikot er 13 Jahre lang getragen hat, reichte es nicht mehr. "Wir können es uns nicht leisten, einen Platz im Kader zu blockieren. Schließlich wissen wir nicht, wann Tom Scheffel zurückkommt", hatte Sportvorstand Thomas Sobotzik erklärt.

Für den Abwehrspieler bedeutete das, sich einen neuen Verein zu suchen. "Vom Zeitpunkt her ist es nicht gut für mich gelaufen. Nachdem meine Verletzung erst im Sommer ausgeheilt war, standen die Mannschaftskader überall schon fest", berichtete der gebürtige Chemnitzer am Montag im Gespräch mit der "Freien Presse". So habe er sich "in Ruhe auskuriert" und auf eine Chance im Winter gewartet. Und die kam, wenn auch erst kurz vor Toresschluss: Am letzten Tag der Transferperiode, dem 31. Januar, unterschrieb Scheffel einen Vertrag bis Saisonende beim Südwest-Regionalligisten Wormatia Worms.

Vorausgegangen war eine monatelange Suche nach einem neuen Arbeitgeber, die den Blondschopf quer durchs Land führte. Scheffel absolvierte unter anderem beim VfB Lübeck und bei Rot-Weiß Essen Trainingseinheiten. "Es gab immer Kleinigkeiten, die nicht gepasst haben", sagte der Innenverteidiger. Auch aus dem Ausland seien Angebote eingegangen. "Darunter waren Vereine aus Luxemburg und Finnland. Doch man weiß nicht, was da genau dahintersteckt", bemerkte der 24-Jährige - und ließ die Finger davon.

Nun also hat Scheffel am west- lichen Rheinufer bei Wormatia Worms angeheuert. Seine erste Station außerhalb von Chemnitz liegt damit gleich 470 Kilometer entfernt. "Das ist eine neue Erfahrung. Man kann nicht kurz mal nach Hause zur Familie fahren. Aber ich werde gut von meiner Freundin unterstützt", betonte der gebürtige Chemnitzer. Am Mittwoch oder Donnerstag werde er mit ihr in Worms eine Wohnung beziehen. Von der Stadt, eine der ältesten in Deutschland, ist Scheffel begeistert. "Es gibt wirklich schöne Ecken hier. Und die Verkehrsanbindung zu Großstädten wie Mannheim ist auch gut", so der Ex-CFC-Profi. Was für ihn jedoch noch wichtiger ist: "Meine neuen Mitspieler sind sehr sympathisch. Sie haben mir den Einstieg leicht gemacht."

Weniger leicht wird die Rück- runde für Wormatia Worms, die am 23. Februar mit einer Partie gegen den FSV Mainz II beginnt. In der starken Südweststaffel der Regionalliga haben die Wormser nur einen Zähler Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz, den ihr nächster Gegner aus Mainz belegt. "Vorrangiges Ziel für uns kann nur der Klassenerhalt sein", ist sich Tom Scheffel bewusst. Wie es mit ihm nach der Saison weitergeht, sei unklar. "So weit denke ich noch gar nicht. Ich will jetzt möglichst viele Spiele bestreiten und vor allem gesund bleiben", betonte der 1,89 Meter große Kicker, der als Kind bei den Chemnitzer Vereinen USG und TSV Ifa gespielt hatte, bevor er 2005 zu den Himmelblauen kam.

Über eine Rückkehr zum CFC im Sommer will er nicht spekulieren. Ausgeschlossen ist dies jedenfalls nicht, zumindest wenn es nach dem Chemnitzer Cheftrainer David Bergner geht. Der hatte nach der Trennung von Scheffel erklärt: "Die Tür steht für ihn in Zukunft wieder offen. Wir sind interessiert daran, mit Tom in Kontakt zu bleiben. Er hat sich in Chemnitz einige Meriten erarbeitet."

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