Neue Chance für Boxtrainer stellt Ex-Verein vor ein Problem

René Benirschke ist mit Beginn dieses Jahres an den Bundesstützpunkt in Frankfurt gewechselt. Für seinen Chemnitzer Heimatclub steht noch nicht fest, wie die Lücke geschlossen werden kann.

Seine neuen Schützlinge hat René Benirschke am gestrigen Freitag kennengelernt. In Einzelgesprächen hat der neue Trainer am Bundesstützpunkt Boxen in Frankfurt (Oder) mit einigen der Talente geredet, mit denen er ab sofort arbeiten wird. In den Tagen zuvor hat sich der 33-Jährige darum gekümmert, dass er seinen Lebensmittelpunkt aus der Heimatstadt Chemnitz an die Ostgrenze Brandenburgs verlegt bekommt. Denn aus dem Landestrainer ist nun ein Bundesstützpunkttrainer für den weiblichen Bereich geworden. "Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe. Beim Umzug war aber natürlich auch Wehmut dabei. Denn in Chemnitz lasse ich Familie und Freunde zurück", sagt Benirschke.

Der einstige Deutsche Juniorenmeister sah aber keine Alternative zu seinem Wechsel nach Frankfurt. "Für meine persönliche Weiterentwicklung ist das der einzig logische Schritt", sagt Benirschke. "Ich muss diese Chance einfach nutzen." Für seinen alten Verein, den Boxclub Chemnitz, stellt die Chance für den einstigen Boxer und Trainer ein großes Problem dar. Denn er hinterlässt eine Lücke, die nun geschlossen werden muss. "Wir hatten von der Stadt Chemnitz eine feste Arbeitsstelle für ein Jahr bekommen. Diese Stelle hat René bestens ausgefüllt und unsere Nachwuchsboxer zu internationalen Erfolgen geführt", sagt Olaf Leib, Manager des Boxclubs. "Es ist sehr schade, dass diese Stelle befristet war, denn nun müssen wir schauen, wie wir eine ähnlich gute Betreuung für unsere Nachwuchsathleten hinbekommen. Fakt ist, dass wir unsere internationalen Ansprüche erst einmal runterschrauben müssen."

Sieben Jahre lang war René Benirschke als Nachwuchstrainer des Boxclubs tätig - zunächst ehrenamtlich neben dem Studium der Sportwissenschaft, im vergangenen Jahr hauptberuflich. Mit seinen Methoden konnte er große Erfolge feiern, unter anderem holten seine Schützlinge 14 deutsche Meistertitel und waren auch auf internationalem Parkett erfolgreich. Diese Leistungen blieben auch dem Deutschen Boxsport-Verband nicht verborgen, Benirschke durfte als Trainer zu fünf Europameisterschaften mitfahren. "Dort habe ich auch einige meiner jetzigen Schützlinge kennengelernt, es ist also nicht alles neu für mich", sagt der Trainer, der in Frankfurt eine Mädchengruppe aufbauen soll, die international erfolgreich sein kann. Zu dieser Gruppe gehört bald auch Maxi Klötzer. Die 18-jährige Schülerin des Sportgymnasiums Chemnitz und amtierende Deutsche U-20-Meisterin folgt ihrem langjährigen Trainer, um am Bundesstützpunkt den nächsten Karriereschritt zu machen. "Wir werden uns gegenseitig helfen, dass der Neustart gelingt", sagt Benirschke.

Seinem Heimatverein in Chemnitz will der 33-Jährige auch nach seinem Wechsel nach Brandenburg treu bleiben. "Ich bin weiterhin Mitglied bei den Wölfen und werde versuchen, in dieser Funktion auch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Bundesstützpunkt herzustellen", sagt er. "Wenn ich außerdem dabei helfen kann, dass der Verein in der Ausbildung des Nachwuchses Unterstützung erhält, werde ich das jederzeit tun. Schließlich habe ich dem Club und seinen Trainern sehr viel zu verdanken."

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