Neuer Anlauf: Max Heß nimmt internationale Erfolge ins Visier

Nach Enttäuschungen in den vergangenen Jahren will der Dreispringer jetzt wieder angreifen. Dafür hat er zu Saisonbeginn die Sportart gewechselt.

Er kann wieder lachen. Wenn Max Heß über die anstehende Saison spricht, strahlt er Optimismus aus. "Die Form stimmt, der Körper hält", sagte der amtierende Deutsche Hallenmeister im Dreisprung, nachdem er beim Jugendmeeting seines Vereins LAC Erdgas Chemnitz souverän den Sieg in der Männerklasse geholt hat - jedoch nicht in seiner Paradedisziplin, sondern im Weitsprung.

Die Siegerweite von 7,83 Metern konnte in diesem Wettbewerb nur einer schlagen: Heß selbst. Allerdings traf er bei seinen besseren Versuchen das Brett zu weit vorn. "Meine ungültigen Versuche waren die besten", sagte der 22-Jährige. "Aber dafür mache ich solche Wettkämpfe ja - ich will an meinem Anlauf arbeiten." Das Jugendmeeting in der heimischen Trainingshalle nutzte Heß zum Einstieg in die neue Saison, in der so vieles besser werden soll. Denn 2018 gehörte nicht zu den besten Jahren des Dreispringers. Nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels in der Halle sollte die Goldmedaille auch unter freiem Himmel verteidigt werden. Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg musste Heß den Wettkampf allerdings nach nur vier Versuchen als Sechster beenden. Eine Vorsichtsmaßnahme, da der Chemnitzer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Dadurch wurde auch die Vorbereitung auf die Europameisterschaften im August in Berlin gestört - dort verpasste der LAC-Athlet den Einzug in die Finalrunde.

Das Jahr 2018 will der Weltklasse-Dreispringer also schnellstmöglich abhaken, genauso wie die Enttäuschungen der Jahre zuvor, als Heß 2016 das olympische Finale in Rio um fünf Zentimeter verpasste und 2017 nur Minuten vor dem Start der Qualifikation bei der WM in London verletzt passen musste. "2019 will ich nun auch international was holen. Die volle Konzentration liegt auf der Halleneuropameisterschaft im März in Glasgow und dann natürlich auf der WM in Doha Ende September", sagt Heß. Dafür werde er nun mehr auf seinen Körper hören. "Statt im richtigen Moment eine Pause einzulegen, habe ich immer wieder ein bisschen weitergemacht - das war der Fehler", zeigt sich der Student des Wirtschaftsingenieurwesens selbstkritisch. Ein kleines Warnsignal hat er dabei erst vor einigen Tagen wieder gehört und richtig gedeutet. "Kurz vor Weihnachten habe ich mir eine Bauchmuskelzerrung geholt, die ist aber inzwischen wieder ausgeheilt", sagt der Schützling von Trainer Harry Marusch.

In den kommenden Wochen will Max Heß weiter an seinem Anlauf arbeiten, um bei den großen Wettkämpfen dieses Jahres weit vorn zu landen. Am 10. Februar wird er im Rahmen der Vorbereitung auch in der heimischen Trainingshalle an den Start gehen, wenn die 21. Auflage des Internationalen Hallenmeetings ansteht. Dort ist der Dreispringer eines der großen Aushängeschilder. "Das ist der erste kleine Saisonhöhepunkt, auf den ich mich sehr freue", sagt Heß. "Es ist schon etwas Besonderes, wenn man für die Fans einer der Hingucker bei solch einem Wettkampf ist. Das motiviert zusätzlich." Im Gegensatz zum Saisoneinstieg beim Jugendmeeting wird Heß am 10. Februar auch wieder in seiner Paradedisziplin starten.


Internationales Hallenmeeting am 10. Februar in Chemnitz

Die Wettkämpfe im Dreisprung sollen einer der Höhepunkte des 21. Internationalen Hallenmeetings des LAC Erdgas Chemnitz am 10. Februar in der Leichtathletikhalle des Sportforums werden. Neben dem amtierenden Deutschen Meister in dieser Disziplin, Max Heß, schicken die Gastgeber mit Kristin Gierisch (Foto) eine weitere Topathletin ins Rennen. Die 28-Jährige konnte im vergangenen August mit persönlicher Bestleistung von 14,45 m die Silbermedaille bei den Europameisterschaften in Berlin gewinnen.

Zum Hallenmeeting treten über 100 Starter aus ganz Europa in zehn Disziplinen an. "Auch einige unserer Nachwuchssportler werden sich präsentieren", sagt LAC-Geschäftsführer Thomas Schönlebe.

Eintrittskarten für das Meeting, das am 10. Februar um 14 Uhr beginnt (Einlass ab 13 Uhr), gibt es für 10 Euro in allen Ticketshops der "Freien Presse". (tre)

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