Neuer Trainer - alte Probleme

Ex-Spieler Sascha Franz hat beim Doppelspieltag erstmals die Bundesliga-Floorballer trainiert. Die Ergebnisse machten aber wenig Hoffnung.

Mit hängenden Köpfen haben die Floorfighters, die Chemnitzer Erst-liga-Floorballer, nach dem Schlusspfiff gegen Kaufering (Bayern) das Parkett in der Schlossteichhalle verlassen. Die Gastgeber verloren die Heimpartie am Sonntag mit 4:8 (0:1, 4:5, 0:2). Eigentlich hatten sie sich das Wochenende anders vorgestellt. Sie wollten an diesem Doppelspieltag mindestens drei Punkte holen. Doch schon am Samstag gab es in Hamburg eine 7:9-Niederlage. So ist die Lage für die Floorfighters weiter prekär. Mit sechs Punkten bleiben sie auf dem vorletzten Tabellenplatz und müssen nach wie vor um den Klassenerhalt bangen.

"Wir haben gegen die Kauferinger engagiert begonnen. Uns ist es nur nicht gelungen, in der Anfangsphase ein Tor zu machen", sagte Sascha Franz. Der 30-Jährige trat am Wochenende zum ersten Mal als Trainer auf, nachdem er eine Woche zuvor noch selbst mitgespielt hat. Sein Vorgänger Philipp Hamann hatte das Traineramt aufgegeben. Er war erst im vergangenen Sommer zum Chef-Trainer ernannt worden.

Auf die Frage, ob Franz an der Seitenlinie aufgeregter gewesen sei als auf dem Spielfeld, kam als Antwort ein klares Nein: "Ich bin 14 Jahre Nachwuchstrainer. Deshalb war die Aufgabe nicht völlig neu für mich." Natürlich hätte sich Franz einen besseren Einstand als Coach gewünscht. "Ich kann meinen Jungs dennoch keinen Vorwurf machen. Sie haben in den beiden Partien alles gegeben. In Hamburg haben wir 7:4 geführt, sind am Ende aber leer ausgegangen. Und gegen Kaufering mussten wir vor allem die vier Gegentore innerhalb von gut drei Minuten im zweiten Drittel erstmal verkraften", so der Trainer.

Seine Mannschaft habe in den zwei Begegnungen "etwas dreckiger gespielt". Das betraf vor allem das körperbetonte Spiel, das positive Wirkung zeigte. "Wir müssen zudem die Ideen, die wir im Training üben, stärker im Spiel umsetzen", forderte Franz. Ferner sei es nötig, dass individuelle Fehler abgestellt werden. "Wir arbeiten mit Videos, auf denen die Spieler genau sehen, welche Schwächen sie noch haben", erklärte 30-Jährige.

Neben dem neuen Trainer gibt es einen neuen Mannschaftskapitän, da diese Funktion vorher Franz innehatte. Die Rolle übernimmt Nationalspieler Erik Schuschwary. "Ich habe schon versucht, die Spieler etwas zu pushen, habe mit einigen gesprochen", sagte der 23-Jährige, der im Sommer nach Chemnitz gewechselt ist. Wenngleich die Punktspiele bisher nicht optimal gelaufen seien, werde er in der kommenden Saison weiter für die Floorfighters auflaufen, sagte Schuschwary.

Georg Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Floorfighters, hofft, dass es nun wieder aufwärts geht. Noch vor zwei Jahren hatte das Team die Meisterschaftsrunde erreicht. Die Mannschaft von damals könne man mit der momentanen nicht vergleichen, so Schmidt. "Wir hatten vor dieser Saison sieben Abgänge. Dazu gehörten einige Führungsspieler aus Finnland und Tschechien. Diese Lücke kann man nicht so schnell schließen." Die gute Entwicklung der vergangenen Jahre führe man vor allem auf die gute Nachwuchsarbeit zurück, so Schmidt. "Doch einige Talente haben sich im Männerteam dann doch nicht so weiterentwickelt wie gehofft", machte der Vorsitzende deutlich.

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