Niners-Coach weiter unter Spannung

Die Zweitliga-Basketballer aus Chemnitz stehen vorzeitig als Tabellenführer der Hauptrunde fest. Im Spitzenspiel gibt es jetzt einen Vorgeschmack auf die Play-offs - der Trainer will keine Experimente.

Der Drops ist gelutscht - so heißt es in der Sportlersprache, wenn eine Entscheidung gefallen ist. In der 2. Basketball-Bundesliga steht seit dem vergangenen Wochenende fest, dass die Niners aus Chemnitz die Hauptrunde als Tabellenführer beenden werden - erstmals in ihrer Vereinsgeschichte. Nach einer bisher sehr kräftezehrenden Saison und mit Hinblick auf die anstehenden Play-offs könnte so mancher denken, dass der Trainer seinen Spielern in den letzten zwei Partien der Hauptrunde eine Verschnaufpause gönnt. Doch Niners-Coach Rodrigo Pastore steht weiterhin unter Strom - und fordert das auch von seiner Mannschaft.

Auf die Frage, ob jetzt vielleicht der ein oder andere junge Spieler wie Bruno Albrecht oder Emmanuel Womala ein paar Minuten auf dem Parkett bekommen könnte, reagierte Pastore fast schon gereizt. "Ich werfe doch die jungen Leute nicht ins kalte Wasser, die in der bisherigen Saison fast gar nicht gespielt haben", sagte der Argentinier. "Die Jungs sind unsere Zukunft, aktuell sind sie wichtige Spieler in der Junioren-Bundesliga und in unserem Regionalligateam. Wir werden nicht nach Hamburg fahren, um dort ein leichtes Spielchen zu machen und ein paar Sachen zu probieren."

Im Spitzenspiel des vorletzten Spieltages treten die Niners beim Tabellenzweiten Hamburg Towers an, Pastore will diese Partie nutzen, um seine Mannschaft auf die anstehenden schweren Aufgaben einzustimmen. "Wir werden einen echten Vorgeschmack auf die Play-offs bekommen", ist der Trainer sicher. "Wir dürfen ein höchst motiviertes Hamburger Team erwarten." Denn während für die Chemnitzer klar ist, dass sie als Spitzenreiter in die Meisterrunde gehen, kämpfen die Hansestädter in den verbleibenden zwei Spielen noch um die bestmögliche Ausgangsposition für die Play-offs.

Bereits im Hinspiel im November lieferten sich beide Mannschaften über lange Zeit ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, welches die Niners erst dank eines furiosen Schlussspurtes mit 90:79 für sich entscheiden konnten. "Seither hat sich das Gesicht beider Teams jedoch etwas verändert", sagt Pastore. Bei Chemnitz fehlt weiterhin der verletzte US-Guard Matt Scott, während im Vergleich zum Hinspiel Lukas Wank wieder mit an Bord ist. Hamburg hat in der Zwischenzeit gleich zweimal auf dem Transfermarkt nachgelegt und die bundesligaerfahrenen Max Montana und Carlton Guyton verpflichtet. Letzterer musste kürzlich aber ebenso verletzungsbedingt aussetzen wie die langjährigen Hamburger Leistungsträger Rene Kindzeka und Hrovje Kovacevic. "Mal sehen, welche dieser Jungs gegen uns wieder dabei sind", erwartet Pastore, dass sich das Towers-Lazarett kurz vor den Play-offs allmählich lichtet.

Aber kann Rodrigo Pastore seine Spannung auch auf die Spieler übertragen? Kann er sie für die zwei bedeutungslosen Spiele der Hauptrunde noch motivieren? Auch auf diese Frage reagiert der Trainer fast schon fassungslos. "Wir trainieren jede Woche hart und wollen immer das Optimum herausholen - das erwarte ich von jedem einzelnen Spieler." Mit Blick auf die Play-offs wolle man weiter an den Feinheiten arbeiten, vielleicht auch einmal Überraschendes ausprobieren und nicht zuletzt gelte es, die körperlichen Belastungen gut zu verteilen.

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