Niners lehnen gekauften Aufstieg ab

Die Fans der Chemnitzer Basketballer schöpften Hoffnung, dass ihre Mannschaft wegen fehlender Lizenzen anderer Teams doch noch erstklassig wird. Dem erteilt der Geschäftsführer jetzt eine Absage.

Die Nachricht machte am Donnerstagabend schnell die Runde und war auch Gesprächsthema beim ersten Fanstammtisch der Zweitligabasketballer Niners Chemnitz. Die Basketball-Bundesliga (BBL) hat zwei sportlich qualifizierten Teams vorerst keine Lizenz für die kommende Saison erteilt: Bremerhaven (unzureichender Eigenkapitalnachweis) und Nürnberg (fehlender Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und einer Spielstätte) müssen um das Spielrecht zittern.

Mit dieser Information verknüpften viele Fans der Chemnitzer die Hoffnung, dass ihre Mannschaft, die den Aufstieg in den Spielen gegen die Hamburg Towers sportlich knapp verpasst hat, doch noch nachrücken könnte. Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold bremst diese Hoffnungen aber aus. "Es gibt mehrere Gründe, warum es zum jetzigen Zeitpunkt äußerst unwahrscheinlich ist, dass wir noch aufsteigen", sagte Herhold der "Freien Presse".

Zum einen sei noch nicht klar, ob die Lizenzen für Bremerhaven und Nürnberg tatsächlich verweigert werden, da beide Vereine Einspruch gegen die Entscheidung der BBL eingelegt haben. "Sollten sie tatsächlich keine Lizenz bekommen, muss die Liga erst einmal entscheiden, ob es überhaupt zu einem Wild-Card-Verfahren kommt, durch das andere Teams die Staffel wieder auffüllen. Es kann auch gut sein, dass die BBL ab der kommenden Saison einfach mit 16 Teams starten will", erklärte Herhold. "Sollte es Wild Cards geben, müssten wir zusätzlich zum geplanten Erstliga-Etat von 3,1 Millionen Euro noch einmal 700.000 Euro aufbringen, um eine zu kaufen. Das ist schwer zu stemmen."

Da bis zu einer Entscheidung noch einige Wochen vergehen, wäre zudem keine Planungssicherheit in Bezug auf Kaderzusammenstellung oder Spielstätte vorhanden, so der Geschäftsführer. "Man stelle sich nur vor, wir steigen Mitte Juni plötzlich auf - dann ist der Transfermarkt schon lange leer", sagt Herhold. Er sei zudem ein Gegner der Idee, sich einen Aufstieg zu erkaufen. "Wir würden diesen Erfolg dann nicht in der Halle mit unseren Fans feiern, sondern im Büro festlegen. Uns würden für immer die Emotionen und die Bilder nach einem sportlich erreichten Aufstieg fehlen. Genau das brauchst du aber, um mit der nötigen Euphorie in die Bundesliga zu starten."

Der Verein sei derzeit dabei, die kommende Zweitligasaison so vorzubereiten, dass eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Parkett stehen wird. "Bei allem Frust über den verpassten Aufstieg macht uns das gerade sehr viel Spaß", sagt Herhold. Als neue Gegner für die kommende Saison haben am Freitag ihre Lizenzen für die Zweite Liga unter anderem Bundesligaabsteiger Jena sowie die Aufsteiger aus Leverkusen und Schwenningen erhalten.

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