Niners müssen sich für fünften Saisonsieg gewaltig strecken

Die Zweitligabasketballer aus Chemnitz haben gegen die Lions aus Karlsruhe mit 79:76 gewonnen. Beim Krimi im letzten Viertel wurden Erinnerungen an die vergangene Saison wach - dieses Mal gab es den "Todesstoß" aber auf der anderen Seite.

"Eine gefühlte Ewigkeit war der Ball unterwegs, ehe er im Korb landete und die bebende Halle von einem Moment auf den anderen verstummen ließ" - so war es am 27. Dezember 2017 in der "Freien Presse" zu lesen. Die Niners hatten damals den Basketball-Krimi gegen die Lions aus Karlsruhe mit 84:85 verloren.

Auch am vergangenen Samstagabend gab es diesen einen Moment, als in der Partie gegen den gleichen Gegner Sekunden vor der Schlusssirene ein von jenseits der Drei-Punkte-Linie geworfener Ball die mehr als 2300 Zuschauer in der Hartmannhalle verstummen ließ. Dieses Mal aber ging ein Jubelschrei durch die Halle, als der Ball im Korb landete. Denn Niners-Spieler Kavin Gilder-Tilbury hatte soeben zum 76:72 versenkt und sein Team damit 26 Sekunden vor dem Ende auf die Siegerstraße gebracht. Einige hektische und von Fouls geprägte Aktionen galt es noch zu überstehen, dann war die Neuauflage des Krimis gewonnen und die Tabellenführung in der 2. Bundesliga verteidigt.

Dass es überhaupt zu diesem Herzschlag-Finale kommen würde, hätte nach den ersten drei Vierteln kaum einer für möglich gehalten. Zwar präsentierten sich die Lions als der von Niners-Trainer Rodrigo Pastore erwartete schwere Gegner, die Gastgeber lagen gegen den Tabellenvorletzten dennoch immer recht komfortabel vorn. Bereits nach einer Minute und 19 Sekunden zwangen sie den Gäste-Trainer zur ersten Auszeit, die Lions lagen dort schon mit 0:6 hinten. Mitte des zweiten Drittels waren die Chemnitzer dann sogar 19 Punkte weg, die Zuschauer entspannten sich immer mehr, die Party zum fünften Sieg im fünften Spiel wurde vorbereitet.

Im letzten Viertel allerdings kam bei so manchem Niners-Fan die böse Erinnerung an die vergangene Saison hoch. Dort hatten die Chemnitzer auch oft gute Spiele gezeigt, in der Schlussphase aber die Nerven und die Punkte verloren. Das schien auch am Samstag wieder zu passieren. Die Lions trafen jetzt fast jeden Wurf aus der Distanz, in der Niners-Offensive fanden hingegen zu wenige Bälle den Weg ins Netz. "In der vergangenen Saison sind wir in solchen Situationen oft zu hektisch geworden, deshalb haben wir die Spiele dann aus der Hand gegeben", sagte Robin Lodders.

Der 23-Jährige ist nach dem Verpassen der Playoffs und dem Umbruch im Kader einer der wenigen Spieler, die Coach Pastore in Chemnitz behalten hat. Trotz seiner körperlichen Präsenz und starken Leistungen in dieser Saison gehört er eher zu den unauffälligen, aber sehr wichtigen Arbeitern im Team. "Ganz sicher helfen uns in dieser Spielzeit die erfahrenen Spieler, die neu nach Chemnitz gekommen sind", sagte Lodders. "Sie geben uns jüngeren Spielern die Sicherheit und die notwendige Ruhe in den schwierigen Phasen."

Auch Rodrigo Pastore betonte nach dem Spiel, dass ihn die neu gewonnene Qualität im Team einmal mehr gefreut habe. "Im letzten Viertel waren wir auf beiden Seiten des Feldes gar nicht gut", sagte der Coach. "Dass wir dann in der Schlussphase noch gewonnen haben, ist zum einen etwas glücklich, zum anderen zeigt es aber auch, dass die Spieler jetzt die Nerven behalten können, wenn es eng wird. Allen voran natürlich Kavin Tilder-Gilbury, der sich diesen so wichtigen Wurf genommen hat."

Nur zuschauen und mitzittern musste am Samstag Lukas Wank. Der Neuzugang erlitt im Training einen Bandscheibenvorfall und fällt vier bis sechs Wochen aus. "Ihn zu ersetzen war eine der schwersten Aufgaben in diesem Spiel", sagte Pastore. "Und auch das hat das Team gemeinsam geschafft."

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