Niners-Neuzugang: Wir wollen das beste Team der Liga werden

Dem Basketball-Zweit- ligisten ist ein Transfercoup geglückt. Mit Niklas Wimberg wurde einer der talentiertesten deutschen Spieler nach Chemnitz geholt. Wie konnte das gelingen?

Das Wort "verlieren" würde er am liebsten aus seinem Wortschatz streichen. "Ich bin sehr ehrgeizig", sagt Niklas Wimberg. Ungern denkt er deshalb an die vergangene Saison zurück, als er viele Niederlagen einstecken musste. "Ich bin mit Bremerhaven aus der 1. Bundesliga abgestiegen", berichtet der 23-Jährige.

Für sein Alter hat der 2,06 Meter große Basketballer schon unglaublich viel erlebt. Wimberg, der aus Oldenburg stammt, kann bereits 105 Erstliga- und 26 Europapokaleinsätze vorweisen. "Es ist ein super Erlebnis, gegen Top-Mannschaften Europas anzutreten", sagt Wimberg. Der Neuzugang der Niners Chemnitz denkt zum Beispiel an einen Auftritt als Oldenburger Spieler in Valencia zurück. "Die Spanier mit ihrem allgemein basketballverrückten Publikum gehörten zu dem Zeitpunkt zu den europäischen Spitzenteams. Auch wenn wir verloren haben, war es eine tolle Erfahrung, dort zu spielen", betont Wimberg, der schon als 18-Jähriger sein Erstligadebüt im Oldenburger Trikot gefeiert hatte. Unvergessen für den Flügelspieler ist auch ein Auftritt in Griechenland, wo während der Halbzeitpause in der Halle geraucht werden durfte und das dritte Viertel im Zigarettennebel begann.

Mit solch besonderen Basketballerlebnissen war im Leben des Niklas Wimberg zunächst nicht zu rechnen. "Ich habe einige Jahre Fußball gespielt. Das war meine erste große sportliche Liebe", erzählt der Neu-Chemnitzer. Erst als Zwölfjähriger wechselte er zum Basketball. "Ich kam aufs Gymnasium und hatte dort einen Kumpel, der Basketballer war und mich zum Training mitnahm", blickt Wimberg zurück. Schon damals sei er einen Kopf größer als andere in seinem Alter gewesen. Gepaart mit viel Talent und Ehrgeiz, startete der junge Niklas im Eilzugtempo durch, spielte in allen Nachwuchsnationalmannschaften. "Ich habe mich immer voll auf meinen Sport konzentriert. Nur Schule musste nebenbei noch sein", bemerkt er mit einem Schmunzeln.

Jetzt ist er nach Chemnitz gewechselt, was Niners-Cheftrainer Rodrigo Pastore hörbar glücklich macht. "Niklas passt perfekt in unser Team. Er hat einerseits schon unzählige Partien auf hohem Niveau bestritten, ist andererseits aber auch noch in einem entwicklungsfähigen Alter und voll motiviert, bei uns den nächsten Schritt zu machen", unterstreicht Pastore. Der Neuzugang sei für seine Größe sehr beweglich und ballsicher. "Er kann passen und verteidigen, am Brett oder auch aus der Distanz abschließen", fügt der Chemnitzer Trainer hinzu.

Stellt sich die Frage, wie es den Niners gelungen ist, einen solch begehrten Spieler zu verpflichten. Wie Niklas Wimberg bestätigt, hatte er eine Reihe von Anfragen. "Auch zwei Erstligisten waren darunter", so Wimberg. Er habe sich jedoch ganz bewusst für Chemnitz entschieden. "Das ist ein super Standort für mich mit einem sehr guten Trainer. In den Gesprächen mit Rodrigo Pastore habe ich erlebt, wie detailverrückt und leidenschaftlich er ist", sagt der 23-Jährige über den Argentinier. Beim Thema Saisonziel mit den Niners muss Wimberg keine Sekunde überlegen: "Wir wollen das beste Team der Pro-A-Liga werden und in Liga eins aufsteigen." Sein Ziel als Basketballer sei es, irgendwann wieder in einem europäischen Wettbewerb zu spielen. Wimberg will nicht ausschließen, dass dies mit den Niners drin ist. "Wer weiß, was in den kommenden Jahren im Chemnitzer Basketball noch passiert", bemerkt der 2,06-Meter-Mann, der zum Aufgebot der deutschen A2-Nationalmannnschaft gehört.

Wie sehr sich die Niners ins Zeug legen, um einen Hochkaräter wie Wimberg nach Chemnitz zu locken, schildert Vereinssprecher Matthias Pattloch. Zum einen müsse man logischerweise ein finanziell lukratives Angebot unterbreiten. "Marktgerechte Bezahlung des Spielers", sagt Pattloch dazu. Im Juni sei Niklas Wimberg schon zwei Tage zum Probetraining hier gewesen. "In dieser Zeit haben wir ihm alles gezeigt - unsere Geschäftsstelle, die Stadt, seine Wohnung, welches Auto er bekommt. Mit ihm essen waren wir auch", berichtet Pattloch.

Von Vorteil sei außerdem gewesen, dass Wimberg Anfang Juli bei der Universiade im italienischen Neapel mit Niners-Profi Jonas Richter im deutschen Team zusammenspielte. "Durch Jonas hat er viel über Chemnitz und die Mannschaft erfahren", so Pattloch.

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1Kommentare
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  • 5
    0
    d0m1ng023
    09.08.2019

    Die Niederlage im letzten Spiel war schon ziemlich frustrierend, nach so einer Saison und der Favoritenstellung.

    Aber schön zu sehen, dass es wenigstens einen Verein in Chemnitz gibt, der seriös arbeitet und die Stadt vernünftig repräsentiert. Da kann sich der CFC mal ne Scheibe von abschneiden.

    Und wenn es einer verdient hat, nächstes Jahr aufzusteigen, dann sind es die Niners... Und das sag ich nicht, weil ich aus der Stadt komme.



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