Niners peilen nächsten Rekord an

Die Zweitligabasketballer haben beim Tabellen- dritten in Ehingen 88:74 gewonnen und damit den zwölften Sieg im zwölften Spiel geholt. Nicht nur sportlich reitet der Verein auf der Erfolgswelle.

Die Siegesserie der Basketballer aus Chemnitz geht weiter: Im zwölften Spiel der Saison gingen die Niners am späten Sonntagnachmittag zum zwölften Mal als Sieger vom Parkett. Dieses Mal holten sie beim Tabellendritten in Ehingen ein 88:74, wobei die Mannschaft alles zeigen konnte und auch musste, was sie in dieser Saison auszeichnet. Denn gegen das starke Team aus Baden-Württemberg war es mindestens bis zur Halbzeitpause ein ganz schweres Spiel für die Gäste.

Vor nur 870 Zuschauern in der Sporthalle eines Gymnasiums mussten die Chemnitzer weiterhin auf die verletzten Matt Vest, Lukas Wank und Ivan Elliott verzichten. In den ersten Vierteln entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, logisches Resultat war ein 42:42 zur Halbzeitpause. Danach drehten die Niners auf. In der Defensive stand das Team wieder so stark, wie es die Fans aus den vergangenen Spielen kannten, in der Offensive ragte vor allem Kavin Gilder-Tilbury heraus, der insgesamt 23 Punkte erzielte. Auch Robin Lodders (16) und Kapitän Malte Ziegenhagen (13) wurden immer sicherer mit ihren Würfen. Zudem konnte der erst 17 Jahre alte Nachwuchsspieler Bruno Albrecht in seinen reichlich vier Minuten Einsatzzeit drei Punkte erzielen, auch Talent Emmanuel Womala bekam in Ehingen seine ersten Sekunden in der Profimannschaft.

"Es ist bemerkenswert, wie die Mannschaft die Ausfälle der drei Leistungsträger wegsteckt und einfach weiter Spiele gewinnt", sagte Niners-Sprecher Matthias Pattloch über die Leistung seines Teams, das in Ehingen wieder einmal zeigte, was der Unterschied zum vergangenen Jahr ist. Wurde die Mannschaft damals bei Rückständen hektisch oder bei knappen Führungen ungeduldig, bleiben in diesem Jahr alle Spieler cool - auch in schwierigen Phasen oder bei Rückständen. So zum Beispiel kurz vor der Halbzeitpause in Ehingen, als die Gastgeber einen Rückstand in eine 39:37-Führung umwandeln konnten, die Niners aber zurückkamen.

Mit ihrer kontinuierlichen Arbeit haben die Niners schon im vergangenen Jahr erreicht, dass die Fans trotz vieler Niederlagen wie eine Wand hinter dem Team standen. In dieser Saison nun wird diese Euphoriewelle noch einmal größer. Die 2500 Plätze in der Hartmannhalle, die bei Niners-Auftritten nur Hartmann-Hölle heißt, sind meist ausverkauft. Und für das große X-Mas- Game in der Messe am 22. Dezember gegen die Rostock Seawolves ist schon jetzt abzusehen, dass auch dort kein Platz frei bleiben wird. "Wir haben uns mit dem Betreiber der Messe auf ein Set-up geeinigt, bei dem 5000 Zuschauer in die Halle passen", sagt Vereinssprecher Pattloch. "Und ich gehe stark davon aus, dass alle Plätze besetzt sein werden."

Ein Novum könnte es dabei auch noch geben. Denn erstmals könnte ein Spiel in der Messe schon vor dem Tipp-off ausverkauft sein. "Aktuell sind knapp 4500 Tickets vergriffen", sagt Pattloch. "Wir warten noch auf eine Ansage aus Rostock, wie viele Fans die Seawolves mitbringen. Bis jetzt haben wir mehr als 200 Plätze für sie geblockt." Pattloch rechnet jedoch nur mit etwa 50 Fans von der Ostseeküste, sodass noch einmal einige Karten in den Verkauf gegeben werden könnten. "Generell gilt aber: Wer dabei sein will, sollte sich sputen", so der Sprecher.

Rein sportlich haben die Niners das kurzfristige Ziel, ungeschlagen ins Weihnachtsspiel zu gehen. "Das wäre natürlich noch einmal ein Stimmungsmacher", sagt Pattloch. "Allerdings haben die Jungs ein sehr schweres Doppelwochenende vor sich." Am Freitagabend (19.30 Uhr) erwarten die Chemnitzer den Tabellen-13. von den Artland Dragons in der Hartmannhalle, bereits am Sonntagnachmittag (17 Uhr) steht das nächste Spiel bei den Kirchheim Knights auf dem Programm. Ob in einem dieser Spiele einer der verletzten Akteure wieder mit eingreifen kann, ist derzeit fraglich. "Matt Vest fällt noch bis Mitte Februar aus, die anderen beiden Jungs sind auf einem guten Weg", sagt Pattloch.


Kommentar: Vorfreude - schönste Freude

Weihnachten beginnt in diesem Jahr zwei Tage eher als sonst. Denn die Chemnitzer Sportclubs beschenken ihre Fans schon am 22. Dezember mit der vollen Ladung Spannung. Die Eishockeyspieler der Crashers sind nach einer durchwachsenen Saison 2017/18 aktuell auf Play-off-Kurs und erwarten am Vorabend des vierten Advents den Tabellenzweiten aus Berlin zum Spitzenspiel. Die Handballerinnen des HVC sind in der 3. Bundesliga im Aufschwung - am 22. Dezember geht es daheim gegen den Thüringer HC II um wichtige Punkte gegen den Abstieg.

Und dann sind da ja noch die Basketballer der Niners. Die wären im Frühjahr 2017 um ein Haar in die Bundesliga aufgestiegen und haben nach der dramatischen Niederlage damals eine Saison 2017/2018 gespielt, in der sie sogar Richtung Abstiegszone schauen mussten. Und wie hat man im Verein darauf reagiert? Mit Ruhe. Man glaubte an den Trainer, hielt den Kapitän, baute ein Team auf, das begeistert. Am 22. Dezember wird die Messe beim Weihnachtsspiel explodieren - das steht jetzt schon fest. Die Vorfreude steigt - auf dieses Spiel und auf alles, was danach noch kommt.

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