Niners reichen Lizenzunterlagen für Erste Liga ein

Der Chemnitzer Basketballverein will den finanziellen Kraftakt auch mit Hilfe der Fans schaffen. Die Anhänger haben bereits mehr als 3000 solidarische Playoff-Tickets gekauft.

Chemnitz.

Die Basketballer der Niners Chemnitz hoffen darauf, in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga antreten zu können. Nach dem Abbruch der laufenden Zweitligasaison wurde der souveräne Spitzenreiter zum sportlichen Aufsteiger erklärt, jetzt wurden auch die wirtschaftlichen Grundlagen geschaffen. Der Verein hat die Lizenzierungsunterlagen für die Erste, aber auch für die Zweite Liga eingereicht.

Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold sagte: "Unser Ziel ist ganz klar, den sportlichen Aufstieg nun auch wirtschaftlich zu realisieren. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab und ist momentan wohl schwerer als je zuvor. Wir sind allerdings überzeugt, mit der Unterstützung unserer Fans und Partner, den Sprung schaffen zu können."

Wie groß der Beistand der Niners-Fans ist, zeigte sich in den letzten Wochen. So erwarben die Anhänger bis Freitag über 3000 solidarische Playoff-Tickets. Mehr als die Hälfte aller Fans, welche schon Tageskarten für die letzten beiden abgesagten Heimspiele gekauft hatten, verzichteten auf eine Rückerstattung. Die Mitgliederanzahl stieg um nahezu zehn Prozent, überwiegend durch sogenannte passive Fördermitgliedschaften und auf dem Vereinskonto gingen zahlreiche unerwartete Spenden ein. "Dafür möchte ich mich im Namen der Niners bei allen Unterstützern herzlichst bedanken", sagte Steffen Herhold und ergänzte, "dass uns solche Einnahmen nicht nur finanziell durch eine sehr schwere Zeit helfen, sondern uns vor allem zeigen, dass wir nicht allein sind. Sehr viele Menschen möchten, dass es mit uns weitergeht und dieser beeindruckende Zuspruch ist eine unglaubliche Motivation für uns."

"Einige Sponsoren haben bereits ihre künftige Unterstützung fest zugesagt, von anderen Partnern gab es positive Signale. Viele weitere Gespräche stehen in den nächsten Wochen an", sagte Herhold. Die Coronakrise werde aber auch wirtschaftliche Folgen für die Niners haben, weshalb die angesetzten Lizenzierungsmaßstäbe ein entscheidender Faktor sind. So stellte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz kürzlich in Aussicht, dass Eckpunkte wie der Mindestetat von drei Millionen Euro oder die notwendige Eigenkapitalrücklage von 250.000 Euro in diesem Sommer aufgeweicht werden könnten, um den Realitäten der Coronakrise zu begegnen. Eine finale Entscheidung hierzu steht noch aus, zumal die momentan pausierende BBL-Saison bislang nicht offiziell beendet ist, sondern in einigen Wochen eventuell mit Geisterspielen fortgesetzt wird. "Wir schauen gespannt auf die Entwicklungen in der ersten Liga, aber auch in anderen Sportarten. Parallel versuchen wir uns so gut wie möglich auf mehrere Szenarien vorzubereiten, um nächste Saison dann wirklich ein Teil der BBL sein zu dürfen", sagte Herhold.


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