Niners-Rückkehrer Matthews unter der medizinischen Lupe

Der Basketball-Zweitligist aus Chemnitz will sich professioneller aufstellen. Dazu gehört auch, dass neue Spieler komplett durchgecheckt werden, bevor sie einen Vertrag erhalten. Das musste auch einer erfahren, den jeder im Verein schon kennt.

Virgil Matthews ist wieder da. Der einstige Spieler der Niners, der in Chemnitz zum Publikumsliebling wurde, kehrt nach einem Jahr bei den Nürnberg Falcons zu dem Verein zurück, für den er von 2014 bis 2017 in jedem Spiel auf dem Parkett stand und somit maßgeblichen Anteil an der Erfolgssaison hatte, in der die Niners 2017 fast in die Bundesliga aufgestiegen wären. Doch bevor der US-Amerikaner wieder richtig mit dem Training beginnen konnte, stand erst einmal ein Medizincheck an, den er so nicht erwartet hatte. "Freie Presse" durfte ihn begleiten.

8UhrArztpraxis Dr. Hans-pach in Chemnitz. Der Tag beginnt früh, doch Virgil Matthews ist bereits fit. Zunächst muss er nichts weiter machen, als seinen linken Arm zur Verfügung zu stellen. Dem 35-Jährigen wird Blut abgezapft, damit es später im Labor untersucht werden kann. Die Ergebnisse werden ausgewertet und mit den Verantwortlichen der Niners besprochen, wie deren Pressesprecher Matthias Pattloch erklärt. "Wir haben unseren Medizincheck seit diesem Sommer deutlich ausgeweitet", sagt er. Man wolle keine bösen Überraschungen mehr erleben, wie in der vergangenen Saison, als sich bei einem Spieler herausstellte, dass er noch an den Folgen einer alten Verletzung litt. "Alle Spieler haben Verträge", sagt Pattloch. "Diese Verträge enthalten aber eine Klausel, dass sie erst nach bestandenem Check wirksam werden."

9UhrNächster Stopp: Physiotherapie Allthera. Für Virgil Matthews ist die Prozedur kein Problem, allerdings wundert er sich. "Hier hat sich viel getan", sagt er. "Als ich 2014 nach Chemnitz gewechselt bin, gab es einen kurzen Medizincheck, und das war's." Jetzt muss er auf die Liege von Niners-Mannschafts-Therapeut Christian Thieme, der eine Bewegungsanalyse durchführt. "Für jedes Gelenk gibt es eine Norm, die es schaffen muss", sagt der Experte. "Ich schaue, was alles geht und was nicht." Bei Matthews sei alles okay, sagt Thieme, in dessen Behandlungsraum sogar ein altes Niners-Trikot des Rückkehrers hängt. "Zumindest für sein Alter war es gut", fügt er lachend hinzu. "Ich weiß doch, wo es bei Virgil klemmt."

11UhrWeiter geht es im Fitness-Studio "Flexx". Ein Muskel-Funktionstest steht auf dem Plan. Virgil Matthews sitzt auf einer Maschine und muss mit aller Kraft gegen Widerstände drücken - mal mit dem Rücken, mal mit den Beinen, mal mit den Armen. "Am Computer wird anschließend angezeigt, wo die Muskulatur gut ausgebildet ist und wo es hapert", sagt Studio-Chef Jens Beier. Bei Virgil Matthews ist alles gut. "Aber ich bin langsam kaputt", sagt der 1,90-Meter-Mann (noch) lachend.

12UhrLaufdiagnostik bei "Spoorth". Virgil Matthews muss sich zunächst etwas gedulden. Denn vor ihm ist noch Teamkollege Ivan Elliott an der Reihe. Der Neuzugang muss sich ebenso wie alle anderen Zweitligaspieler der Niners allen Tests unterziehen. "Auch die Spieler, die schon länger im Verein sind, müssen in diesem Sommer erstmals alle Tests durchlaufen", sagt Pattloch. "Wir wollen sicher gehen, dass alle komplett fit sind." Nur in Unterhose muss Virgil Matthews sich auf einem Laufband bewegen, dabei wird seine Haltung analysiert. Vorher wird ein Rücken-Scan durchgeführt, um die Wirbelsäule zu überprüfen. Auch hier die erste Diagnose: Alles gut.

13UhrAdmedia Gesundheitszentrum. Der Laktat-Test steht an - den hasst wirklich jeder Sportler. Auf einem Laufband wird Virgil Matthews in verschiedenen Stufen an die Belastungsgrenze geführt, immer wieder werden die Blutwerte gemessen. Bei 18 km/h ist Schluss. "Für sein Alter sehr gut", sagt Sport-Therapeutin Ulrike Süß.

18UhrHartmannhalle. Nach einer Stunde Ernährungsberatung steht noch Mannschaftstraining an. Für Virgil Matthews allerdings nicht, nach der Belastung des Tages darf er nur ein paar Bälle werfen. "Reicht für heute", sagt er. Lachen geht aber noch.

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