Niners verzichten auf Umzug in die Messe

Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel hat der Basketball-Zweitligist den Einzug in die entscheidende Aufstiegsrunde geschafft. Die findet in der Hartmannhalle statt - nach reichlicher Überlegung.

Wird der Feiertag ein Feier-Tag? Spätestens am Abend des 1. Mai steht fest, ob Basketball-Zweitligist Niners Chemnitz den ersehnten Sprung in die Bundesliga geschafft hat oder nicht. Das ist nach dem Einzug der Chemnitzer Korbjäger in die entscheidende Halbfinalrunde klar. Das Team, das in dieser Runde zuerst drei Siege einfährt, zieht ins Finale ein und ist gemeinsam mit dem anderen Finalisten aufgestiegen. Die erste Partie steigt am Samstag.

Der Kontrahent der Niners wird im Viertelfinale zwischen Hamburg und Rostock ermittelt. Die Hamburger liegen mit 2:1 in Führung und können am heutigen Montag die Serie für sich entscheiden. Gleicht Rostock aus, steigt am Mittwoch die letzte Partie. Wer liegt den Niners mehr? Gegen die vom Ex-Coach der Niners Mike Taylor trainierten Hamburger konnten die Chemnitzer in der Hauptrunde zweimal gewinnen. Gegen Rostock zogen sie dagegen einmal den Kürzeren - ausgerechnet beim Weihnachtsspiel in der Messe (68:88). Der Chemnitzer Co-Trainer Steven Hutchinson sieht die Stärke der Rostocker in ihrem schnellen Aufbauspiel. "Sie laufen permanent hoch und runter." Hamburg habe dagegen den wohl stärkeren und ausgeglicheneren Kader, meint Hutchinson. "Sie können mit zehn Spielern durchwechseln." Für die Chemnitzer spricht, dass sie nun eine Woche Zeit zur Regeneration haben und den Gegner in Ruhe analysieren können.

Erarbeitet haben sich die Sachsen diesen Vorteil mit dem dritten Sieg im dritten Viertelfinalspiel am Freitagabend in der Hartmannhalle. Der Gegner, die Karlsruhe Lions, erwiesen sich beim 86:75-Heimerfolg allerdings als knochenharter Kontrahent. Vor rund 2800 Zuschauern starteten die Baden-Württemberger stark, verwandelten zu Beginn mehrere Dreier eiskalt und erarbeiteten sich so einen 14-Punkte-Vorsprung (16:30). "Karlsruhe war zu Beginn aggressiver als wir, und wir haben den Ball in der ersten Halbzeit nicht so gut bewegt", analysierte Niners-Spieler Lukas Wank. Nach einer Auszeit von Rodrigo Pastore fanden die Chemnitzer ins Spiel und gingen mit der Halbzeitsirene erstmals ins Führung (42:40). Im Gegensatz zu den vorangegangenen Partien konnten sich die Niners nach dem Seitenwechsel aber nicht sofort absetzen. Stattdessen entwickelte sich ein intensiver Kampf mit vielen Unterbrechungen: 30 Fouls pfiffen die Referees auf Karlsruher Seite, 24 auf Chemnitzer; Jonas Richter und Lukas Wank mussten nach ihrem jeweils fünften Foul auf die Bank. "Wir haben einen ausgeglichenen Kader. Wenn jemand ausfällt, springen andere ein", meinte Wank.

Tatsächlich erarbeiteten sich die Chemnitzer im vierten Viertel einen entscheidenden Vorsprung - auch dank eines starken Malte Ziegenhagen, der insgesamt 28 Punkte erzielte. Sonderlob verteilte Co-Trainer Hutchinson aber nicht nur an den Kapitän, sondern auch an Virgil Matthews, der mit 136 Pflichtspielen im Trikot der Chemnitzer neuer Rekordhalter ist und dafür von den Fans gefeiert wurde. "Wenn wir einen Punkt brauchen, gehen wir zu Virgil. Seine Energie ist wie die eines 25-Jährigen", meinte der Co-Trainer über den 35-Jährigen. Der US-Amerikaner und seine Teamkollegen bekamen ein freies Wochenende. "Das haben sie sich verdient", so Chef-Coach Pastore. Feiern sei aber verboten, ergänzte Co-Trainer Hutchinson. "Sie sollen viel trinken, essen, schlafen und regenerieren." Am heutigen Montag beginne die Vorbereitung auf die nächsten Partien.

Die finden alle in der Hartmannhalle statt. Die Niners-Verantwortlichen hatten lange mit einem Umzug in die Messe geliebäugelt, die deutlich mehr Zuschauern (etwa 5000) Platz geboten und damit mehr Einnahmen versprochen hätten. Zwei Dinge haben aber dagegen gesprochen, so Niners-Sprecher Matthias Pattloch. Zum einen sei es unsicher gewesen, dass die mögliche fünfte Partie am 30. April oder 1. Mai in der Messe hätte über die Bühne gehen können, weil in jener Woche dort das Konzert von Star-Geiger David Garrett vorbereitet wird. "Und wir wollten nicht innerhalb der Serie die Spielstätte wechseln", sagte Pattloch. Zum anderen hätten sich im Vereinsumfeld viele für die Hartmannhalle ausgesprochen. "Sie sehen den Heimvorteil hier besser gewahrt", so der Sprecher.

Die Heimspiele des Halbfinals finden am 20. April, 26. April und am 30. April (falls Hamburg als Gegner) oder 1. Mai (falls Rostock als Gegner) statt. Tickets sind ab Dienstag in allen Freie-Presse-Shops erhältlich.

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