Premiere: Beide Basketballvereine in der Messe

Die Chemcats und die Niners bestreiten am Samstag nacheinander in derselben Spielstätte ihre Zweitliga-Heimspiele. Wie kam es dazu?

Es ist ein kleiner Schritt zurück in die Vergangenheit und vielleicht auch einer in die Zukunft. Einst traten unter dem Dach der BG Chemnitz sowohl eine Damen- als auch eine Herrenmannschaft in einer der beiden höchsten deutschen Basketballligen an. 2002 folgte die Trennung: Die Frauen gründeten einen eigenen Verein, die Chemcats, der heute in der Zweiten Bundesliga antritt - genau wie die Männermannschaft der Niners. Beide Clubs kooperierten zwar in den vergangenen Jahren im Nachwuchs. Im Erwachsenenbereich ging aber jeder seinen Weg. Am Samstag führt sie dieser nun in der Messe zusammen.

Erstmals seit langem tragen beide Basketballvereine gemeinsam ihre Punktspiele in einer Spielstätte aus. Um 15.30 Uhr empfangen die Chemcats Opladen, um 19 Uhr haben die Niners Karlsruhe zu Gast. Für die Männer ist der Auftritt in der Messe mittlerweile Routine, für die Basketballerinnen dagegen Neuland. "Das ist eine gute Chance, um uns zu zeigen", sagt Chemcats-Trainer Thomas Seltner. Nach dem freiwilligen Rückzug von der Ersten in die Zweite Liga warten seine jungen Korbjägerinnen auch nach zehn Spieltagen noch auf den ersten Sieg. Am Wochenende musste sich das Team der Mannschaft der BG Hurricanes aus Rotenburg in Niedersachsen mit 54:68 geschlagen geben. Seltner hofft, dass bei der Partie gegen den Tabellenzweiten aus Opladen am Samstag alle zuletzt verletzten Spielerinnen wieder dabei sind. Mit seinem Team will er dreimal in der Messe trainieren, um es an die Spielstätte zu gewöhnen. "Die Dimensionen sind ja ganz andere, man guckt mehr in die Weite", erläutert Seltner. Auch seien die Abläufe anders als in der gewohnten Schloßteichhalle. "Deswegen ist es für uns eher kein Heimspiel." Die Motivation seiner Spielerinnen sei dennoch groß, endlich die ersten Punkte einzufahren. Und das vielleicht vor mehr Zuschauern als sonst. Der Trainer hofft auf 1000 Gäste und nennt Alba Berlin als Vorbild: Die Damen- und Herrenmannschaften des Vereins aus der Hauptstadt trugen kürzlich gemeinsam ihren Heimspieltag aus. Rund 2100 Zuschauer sahen die Partie der Frauen - ein Rekordwert für die Zweite Liga.

Hintergrund für die Aktion ist die Chemnitzer Bewerbung um den Titel Kulturhauptstadt 2025. Im Zuge dessen wolle man die Stellung des Sports und insbesondere des Basketballs in Chemnitz hervorheben, erklärt Niners-Sprecher Matthias Pattloch. Schließlich würde in beiden Vereinen gute Arbeit geleistet.

Die Zuschauer müssen für die Aktion keinen Aufpreis bezahlen. Sie können mit ihren herkömmlichen Niners-Tickets beide Spiele anschauen und auch zwischen den Partien in der Halle bleiben, heißt es von den Niners.

Tickets für diesen Heimspieltag gibt es in allen "Freie Presse"-Shops.

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