Rad-Talente messen sich mit der Elite

Zwei in Chemnitz ausgebildete Sportler treten erstmals bei der Deutschlandtour an. Einem passierte erst ein Missgeschick, dann legte er los.

Als Dominik Röber bei der diesjährigen Erzgebirgsrundfahrt in Einsiedel hinter seinem Teamkollegen John Mandrysch als Zweiter über die Ziellinie fuhr, hatte er es sich noch nicht vorstellen können, ein Vierteljahr später mit der Weltspitze in einem Feld an den Start zu gehen. Doch das Team P & S Metalltechnik, für das der Reinsdorfer fährt, erhielt als führendes der Rad-Bundesliga eine Einladung für die Deutschland-Tour der Radprofis, die am Sonntag in Erfurt zu Ende geht.

Röber hat von 2012 bis diesen Sommer am Chemnitzer Sportgymnasium gelernt und bei Steffen Haslinger am Bundesstützpunkt im Sportforum trainiert. Bei der Tour tritt er gemeinsam mit Tobias Nolde an, einem weiteren Ex-Chemnitzer. Die vier Etappen stellen für die jungen Fahrer eine große Herausforderung dar. Reichlich 700 Kilometer müssen sie insgesamt zurücklegen. Die erste Etappe führte von Hannover nach Halberstadt. "Die Jungs haben ihre Sache ordentlich erledigt", meinte der Sportliche Leiter Lars Wackernagel zur Leistung seines Teams. John Mandrysch (35. Platz) und der Annaberger Immanuel Stark (65.) kamen zeitgleich mit Tagessieger Pascal Ackermann ins Ziel.

Röber, der seit 2010 aktiv Radsport betreibt, hatte allerdings Pech: Ihm rutschte auf einer Pflasterstrecke 15 Kilometer vor dem Ziel das Sattelrohr in den Rahmen. Weil eine Reparatur länger gedauert hätte, bekam er ein neues Rad, musste aber hinterherfahren. "Das kann schon mal passieren. Er hat es dann aber mit einer Energieleistung geschafft, noch eine große Gruppe zu erreichen und mit ihr ins Ziel zu fahren", sagte Wackernagel. Am Ende hatte Röber knapp drei Minuten Rückstand auf den Tagessieger, kam aber deutlich vor Caleb Ewan, der bei der Tour de France 2019 drei Etappen gewann, sowie dem elfmaligen Tour-de-France-Teilnehmer Marcus Burghardt aus Zschopau an. "In der Schlussphase ging es insgesamt etwas hektisch zu. Zum Glück blieben wir von den Stürzen verschont. Meine Truppe genießt die Tour auf jeden Fall. Die Fahrer sollen Spaß haben und sich immer wieder mal zeigen", sagte Wackernagel. Und dass seine Jungs Seite an Seite mit Julian Alaphilippe rollen, der in diesem Jahr bei der Frankreich-Rundfahrt zwei Wochen im Gelben Trikot fuhr, kommt auch nicht alle Tage vor.

Nach dem Auftakt der Deutschland Tour wurde Röber noch 30 Minuten auf der Massagebank behandelt, um die Muskeln wieder locker zu machen. Vor dem Start der zweiten Etappe, die am Freitag über 202 Kilometer von Marburg nach Göttingen führte, stärkte er sich im Teamhotel. "Vor dem Rennen gibt es bei mir Müsli, Haferflocken, Obst und Gemüse und maximal zwei Brötchen zu essen", verriet der junge Pedaleur. Offenbar eine gute Wahl. Denn auf der zweiten Etappe mischte der 19-Jährige fast bis zum Schluss in der Spitzengruppe mit und musste erst wenige Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen "Ich glaube, der Junge ist heute das Rennen seines Lebens gefahren", sagte der Sportliche Leiter Wackernagel.

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