Radrennbahn: OB macht Zugeständnis

Die Anlage soll später saniert werden als ursprünglich geplant. Für die Sportler ist diese Verschiebung eine gute Nachricht.

Die Sanierung der Radrennbahn im Chemnitzer Sportforum startet möglicherweise später als bisher vorgesehen. Statt im Frühjahr könnten die Bauarbeiten im Sommer 2016 beginnen. Das stellte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig bei einem Gespräch mit Sportlern in Aussicht, die sich realistische Hoffnungen auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im kommenden Jahr machen können.

Hintergrund ist eine Debatte um den Zeitpunkt der Sanierung der Anlage. Die Arbeiten hätten eigentlich im September dieses Jahres beginnen sollen, wurden aber auf Frühjahr 2016 verschoben. Grund war nach Angaben der Stadtverwaltung, dass bei der Vorbereitung der Arbeiten Schäden an der Fahrbahn festgestellt wurden. Statt wie geplant nur den Bahnkopf, soll nun auch der Belag erneuert werden. Um die Beeinträchtigungen gering zu halten, strebt die Verwaltung an, beide Maßnahmen zeitgleich im Frühjahr durchzuführen. Die Kosten erhöhen sich von etwa einer auf rund 1,4 Millionen Euro.

Der Zeitpunkt hatte für heftige Kritik der Bahnradsportler gesorgt. Der Chemnitzer Trainer Ralph Müller nannte es "schizophren", die Bahn dann zu sperren und zu sanieren, wenn sie witterungsbedingt befahren werden kann - von Frühjahr bis Herbst. Müllers Schützlinge Joachim Eilers, Max Niederlag und Stefan Bötticher kämpfen um ein Olympia-Ticket und bereiten sich auf der Anlage auf das Großereignis vor. Diesen Ärger brachte der Trainer auch gegenüber Ludwig zum Ausdruck. Die Oberbürgermeisterin machte daraufhin Zugeständnisse und sagte zu den Sportlern: "Wir beginnen erst dann, wenn Sie die Bahn nicht mehr für die Olympia-Vorbereitung brauchen. Das sage ich Ihnen zu." Der Bauablauf soll sich nach den Sportlern und ihren Trainingsplänen richten, ergänzte Ludwig. Diese Ansage nahmen Müller und seine Kollegen positiv auf: "Das ist eine gute Nachricht." Damit könne man bis Mai oder Juni in Chemnitz trainieren. Danach fänden Lehrgänge ohnehin an anderen Orten statt, so der Trainer. Dass der Bahnkopf bis dahin nicht erneuert werde, stelle für die Sportler kein Problem dar. "Und der Belag ist aus unserer Sicht ausreichend", so Müller.

Einem weiteren Wunsch des Trainers erteilte das Stadtoberhaupt eine Absage. Müller plädiert für den Bau einer Radsport-Halle, weil viele Wettkämpfe in den Wintermonaten stattfinden würden. Um das zu stemmen, benötige man aber Fördermittel, sagte Ludwig. Und die stünden nicht in Aussicht.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...