Rapid-Talente behaupten sich gegen starke Konkurrenz

Erst dieses Jahr sind zwei Tischtennisspielerinnen des BSC Rapid aus dem Nachwuchsbereich zu den Damen aufgerückt - und schon gibt es große Erfolge zu bejubeln.

Ein wenig ungläubig schaute Lara Neubert am Ende des Top-48-Bundesranglistenturniers in Waldfischbach auf die ausgehängte Ergebnisübersicht. "Ich kann das noch gar nicht glauben", sagte das Tischtennis-Talent des BSC Rapid Chemnitz. Zum ersten Mal überhaupt hatte sich die 18-Jährige über die Landesrangliste für die zweitwichtigste nationale Veranstaltung qualifiziert, und gleich bei der Premiere gelang ihr mit dem neunten Platz die vorzeitige Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften, die Anfang März kommenden Jahres in Wetzlar stattfinden.

Mit Siegen gegen Ann-Marie Dahms (Reinickendorfer Füchse Berlin), Lea Fath (TV 1921 Hofstetten) und Jugend-Nationalspielerin Wenna Tu (NSU Neckarsulm), gegen die Neubert bis zum vergangenen Samstag stets verloren hatte, qualifizierte sie sich trotz der Niederlagen gegen die spätere Gesamtdritte Alena Lemmer (TSV 1909 Langstadt) und gegen Miriam Jongen (SV Holzbüttgen) als Gruppendritte für die Zwischenrunde.

"Ich hatte mich schon über das Weiterkommen sehr gefreut", verriet Lara Neubert. Doch dann setzte das BSC-Eigengewächs ihrer starken Leistung die Krone auf und schaltete Bundesligaspielerin Anastasia Bondareva (TV Busenbach), die vor einem Jahr bei den Jugend-Europameisterschaften drei Medaillen gewonnen hatte, mit 4:1 aus. "Im April hatte ich gegen sie beim Deutschlandpokal noch einen Abschuss bekommen", erinnerte sich Neubert und erklärte ihre Taktik: "Ich hatte nichts zu verlieren und spielte einfach locker drauflos. Dass es zum Sieg gereicht hat, ist einfach nur super. Ich bin megaglücklich." Die anschließende 0:4-Niederlage im Achtelfinale gegen Janina Kämmerer (TSV 1909 Langstadt) änderte an der Gemütslage nur wenig, "denn meine Gegnerin war einfach zwei Klassen besser". Durch den 4:3-Sieg gegen die Deutsche Schülermeisterin Leonie Berger (Borussia Düsseldorf) holte sich die Chemnitzerin schließlich das DM-Ticket.

Zu diesem Zeitpunkt musste sich die zweite BSC-Starterin in der Pfalz, Marlene Scheibe, bereits mit der Rolle als Zuschauerin zufriedengeben. Trotzdem überzeugte die 18-Jährige bei ihrem zweiten Top-48-Start - vor einem Jahr in Duisburg kam das Aus bereits nach der Vorrunde - mit einer überragenden 4:1-Gruppenbilanz. Nur gegen die Erstplatzierte Kämmerer war die aus Plauen stammende Spielerin ohne Chance. Mit den Erfolgen gegen Vivien Scholz (ESV Weil) und Alexandra Kaufmann (TTC Bietigheim-Bissingen) hatte Scheibe vorab "überhaupt nicht gerechnet. Diese Siege kamen total unerwartet." Beim 3:0 gegen Stefanie Felbermeier (TuS Fürstenfeldbruck) und Anika Links (1. TTC Pirmasens) wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht.

Die eigentlich gute Laune änderte sich jedoch schlagartig, als Marlene Scheibe ihre Gegnerin in der Zwischenrunde erfuhr. Laura Tiefenbrunner von Zweitliga-Tabellenführer TSV Schwabhausen bezeichnete sie als "blödeste Gegnerin, die ich nur kriegen konnte. Laura liegt mir vom System her überhaupt nicht." Die Folge: Tiefenbrunner gewann das Spiel mit 4:0 und Scheibe war ausgeschieden. Trotz dieser Niederlage fiel das Fazit keinesfalls negativ aus. "Ich bin sehr zufrieden. Das Turnier eignet sich gut dafür, um neben den Meisterschaftsspielen Wettkampfpraxis zu sammeln."

Mit ihrer Mannschaft, der zweiten Vertretung des BSC Rapid, sind Lara Neubert und Marlene Scheibe derzeit in der 3. Bundesliga aktiv - und dort mit zwei Siegen und zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Eine der Niederlagen kassierte das Team gegen den BSC Rapid - denn erstmals ist der Verein mit zwei Mannschaften in Liga 3 vertreten.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...