Reiter und Pferd tierisch gut drauf

Ein 14-Jähriger vom gastgebenden RFV Limbach-Oberfrohna hat beim Turnier auf der heimischen Anlage überzeugt - und ein Erfolgsrezept für die Sportart verraten.

Tim Andreas Ludwig wird aufgerufen - noch ein leichtes Streicheln für sein Pferd Granada. Das Tier hält ganz still, als ob es sagen will: Ich bin bereit und weiß, was ich jetzt zu tun habe. Wenige Sekunden später ertönt das Startsignal. Tim Andreas muss mit Granada den Parcours meistern. Beide machen das super. "Ich bin fehlerfrei und mit einer guten Zeit geritten", freute sich Tim nach dem Springen. Der 14-Jährige gehörte zu den Teilnehmern am Turnier des Reit- und Fahrvereins (RFV) Limbach-Oberfrohna auf dem Reitplatz "Am Gemeindewald", wo am Wochenende Dressur- und Sprungprüfungen in verschiedenen Klassen stattfanden.

Tim Andreas Ludwig vom gastgebenden RFV hat bei dieser Veranstaltung ein weiteres Stück Familien- tradition fortgesetzt. Denn sowohl seine Eltern als auch sein Großvater haben etwas mit dem Reitsport zu tun. Vater Andreas Ludwig ist der Vorstandsvorsitzende des RFV Limbach-Oberfrohna. "Ich bin bis 2001 geritten. Meine Frau Claudia geht noch bei der Dressur an den Start", sagte der 50-Jährige. Beim Turnier am Wochenende hat er den Auftritt seines Sohnes genau verfolgt. "Das kostet jedes Mal Nerven. Ich bin nach wie vor aufgeregt, wenn Tim Andreas reitet", verriet der Vereins-Chef. Die Ehefrau habe auch eine verantwortungsvolle Aufgabe. "Sie bereitet Tims Pferde vor."

Der 14-Jährige empfindet es nicht als negativ, wenn die Eltern bei Wettkämpfen vor Ort sind. "Der Druck ist dadurch nicht größer. Im Gegenteil, ich sehe das sogar als Vorteil an. Denn somit erfahre ich unmittelbar nach dem Wettbewerb, was ich noch besser machen muss. Das sind oftmals kleine Fehler, die man selbst gar nicht so bemerkt hat", betonte der Nachwuchs-Springreiter. Beim Turnier in Limbach-Oberfrohna zeigte er sich am Ende zufrieden. "Ich habe beim Jugendförderpreis einen hervorragenden zweiten Platz belegt", sagte Tim Andreas Ludwig.

Angefangen mit dem Reitsport hat der Limbacher mit knapp sieben Jahren. "Wir haben zu Hause selbst Pferde. Ich hatte schon im Kindes- alter viel mit diesen Tieren zu tun", erzählte Ludwig. Doch mit dem Springreiten hatte er anfangs wenig im Sinn. "Mich hat die Dressur mehr interessiert. Deshalb habe ich diese Disziplin fünf Jahre betrieben", so das Reit-Talent. Vor gut zwei Jahren ist er zum Springreiten gewechselt: "Ich habe viel zugeschaut und fand mehr und mehr Gefallen daran." Die Erfolge blieben nicht aus. 2017 und in diesem Jahr wurde der Limbacher jeweils Kreismeister. Beim Reiten seien zwei Dinge wichtig - der Sport und der Umgang mit Tieren. Man müsse zu seinem Pferd so etwas wie eine Beziehung aufbauen und es als seinen Freund ansehen. "Das heißt, der Sportler sollte es nach einer guten Leistung loben, indem er es für einige Minuten am Hals krault. Aber das Pferd muss auch merken, wenn es etwas falsch gemacht hat. Dann gibt es eine leichte Berührung mit der Peitsche, was aber keine Tierquälerei ist", so Ludwig.

Der RFV Limbach hat derzeit knapp 50 Mitglieder. Davon sind zwei Drittel Mädchen. Für den Vereins-Chef keine Überraschung. "Die Überzahl an weiblichen Mitgliedern in Pferdesportvereinen ist Gang und Gebe", meinte er. Eine hundertprozentige Erklärung dafür habe er aber nicht. "Die Jungs spielen eben lieber Fußball, während Mädchen den Umgang mit Tieren mehr mögen", ergänzte Sohn Tim Andreas.

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