Schichtwechsel auf der Handwerk-Bank

Ex-Spieler Ringo Delling löst bei den Landesligafußballern aus Rabenstein den langjährigen Coach André Stöhr ab. Zum Einstand zeigte der Neue gleich einmal keine Gnade.

Er wäre fast falsch abgebogen. Als André Stöhr am vergangenen Sonntag das Testspiel von Landesligist Handwerk Rabenstein gegen den Oberlungwitzer SV (Endstand 0:0) mitverfolgen wollte, ging er aus dem Kabinentrakt geradewegs in Richtung Trainerbank - so, wie er es in den vergangenen knapp sieben Jahren immer getan hat. "Dann ist mir aber eingefallen, dass ich ja auf die andere Seite muss", sagt Stöhr. "Ich bin doch nur noch Fan."

Mit dem Ende der vergangenen Saison, die mit dem coronabedingten Abbruch und damit dem Klassenerhalt für Aufsteiger Handwerk endete, hatte Stöhr als Trainer der Männermannschaft aufgehört. "Das war schon länger geplant", sagt der 42-Jährige. "Es gibt in der Mannschaft allgemein einen Umbruch - das sollte aus meiner Sicht auch auf der Trainerbank passieren."

Sein Nachfolger stand dabei schon länger fest: Ringo Delling, der in der vergangenen Saison noch als Spieler auf dem Platz stand, ist jetzt für die Landesligamannschaft verantwortlich. Und er hat eine Premierensaison vor sich, die es so noch nie gab. Denn durch den Saisonabbruch ohne Absteiger aber mit Aufsteigern aus den unteren Ligen, wird Sachsens höchste Spielklasse für eine Saison aufgestockt. 22 Mannschaften sind dabei, es wird nur eine einfache Hinrunde gespielt. Anschließend spielen die besten zehn Teams in einer Meisterrunde den Titel aus, die restlichen zwölf Teams ermitteln gleich sieben Absteiger. "Es wäre vermessen, die Teilnahme an der Meisterrunde als Ziel auszugeben", sagt Ringo Delling. "Aber wir müssen so viele Punkte wie möglich holen - besonders gegen die direkten Konkurrenten. Die würden wir dann nämlich in die Platzierungsrunde mitnehmen."

Damit seine Mannschaft gleich vom ersten Spieltag an Vollgas geben kann - los geht es am 6. September mit einem Heimspiel gegen Einheit Kamenz - , hat der neue Coach am vergangenen Wochenende zum Trainingslager im Sportpark Rabenberg gebeten. Von Donnerstag bis Sonntag haben die Spieler bei tropischen Temperaturen geschwitzt. "Wir haben das Programm trotz der Hitze durchgezogen", sagt Delling. "Es gab keine Gnade."

Neben drei Spielern aus dem eigenen Nachwuchs ergänzen drei externe Neuzugänge das Team. Unter ihnen sind mit Lukas Schirrmeister und Henrik Jochmann auch zwei Spieler, die in der Nachwuchsabteilung des Chemnitzer FC ausgebildet wurden und höherklassig gespielt haben. "Wir haben einen guten Kader zusammen", ist Ringo Delling sicher. Nicht zuletzt deshalb hofft der Oberschullehrer, dass er nicht mehr selbst auflaufen muss. "Das habe ich eigentlich nur noch im Alt-Herren-Team vor", so der 36-Jährige.

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