Schwimmer startet Projekt am Gardasee

Extremsportler Joseph Heß will Gewässer in Italien durchqueren

Der Blick geht auf die Wettervorhersage: Joseph Heß studiert derzeit genau, was der Wetterdienst für die kommenden Tage prognostiziert. Ort des Interesses ist der Gardasee. Dorthin reist der Extremsportler am heutigen Samstag - um sein nächstes Großprojekt in Angriff zu nehmen: eine Durchquerung des Gewässers.

Heß will den See in Oberitalien von Nord nach Süd durchschwimmen. Er wäre erst der vierte Mensch, dem das gelingt. Für die rund 55 Kilometer werde er voraussichtlich 20 Stunden brauchen, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Technischen Universität Chemnitz. Größtes Hindernis könnten dabei Wellen sein. "Die Erfahrung hat gezeigt: Schon wenig Wind kann auf großen Seen starke Wellen erzeugen", sagt Heß. Er werde deswegen dann starten, wenn der Meteorologe, mit dem er zusammenarbeitet, den wenigsten Wind vorhersagt. Vorsorglich habe er sich für eine Woche am Gardasee einquartiert. Dessen Wassertemperatur liegt derzeit zwischen 17 und 24 Grad. "Da ich aber einen Neopren-Anzug trage, spielt das keine allzu große Rolle", sagt der Extremsportler.

Die Generalprobe ist schon mal gelungen. Am vergangenen Wochenende habe er die Müritz durchquert, berichtet der Chemnitzer. "Das lief gut. Für die 30 Kilometer habe ich etwa zehn Stunden gebraucht." Zuvor waren die neun anderen größten Seen Deutschlands dran. Die größte Herausforderung sei dabei der Starnberger See gewesen, den Heß als "kalt und lang" bezeichnet. "In der Mitte betrug die Wassertemperatur nur 17, 18 Grad, und ich bin ohne Neoprenanzug geschwommen", erzählt der Wissenschaftler.

Im vergangenen Jahr hatte er mit einem spektakulären Projekt für Aufsehen gesorgt. Innerhalb von zwölf Tagen war er in der Elbe von Bad Schandau nach Hamburg geschwommen - eine 620 Kilometer lange Distanz. Zuvor hatte er auch die Straße von Gibraltar von Spanien nach Marokko durchquert.

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