So läuft der Niners-Umzug aus dem "Wohnzimmer" in die Messe

Die Zweitligabasketballer aus Chemnitz haben jetzt endgültig bestätigt, dass ihre Spiele ab der nächsten Saison nicht mehr in der Hartmannhalle stattfinden werden. Die Fans müssen nicht nur auf die geliebte Spielstätte verzichten, sondern auch tiefer in die Tasche greifen.

Bevor nicht auch die letzten Details geregelt waren, wollten die Verantwortlichen der Niners Chemnitz nicht bestätigen, was die Fans schon längst vermutet hatten. Seit gestern steht aber offiziell fest: Nach 17 Jahren in der Richard-Hartmann-Halle bricht für den Basketball-Zweitligisten ein neues Kapitel an. Der Verein verlässt das "Wohnzimmer" nahe der Innenstadt und trägt seine Spiele in den kommenden Jahren in der doppelt so großen Messe Chemnitz aus. Mit der Betreibergesellschaft C3 einigten sich die Niners auf einen Fünfjahresvertrag, wie der Verein mitteilte.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren hatte der Verein bereits sieben Partien in der Messe ausgetragen, durchschnittlich kamen dazu 4600 Besucher. Im gleichen Zeitraum besuchten die Spiele in der Hartmannhalle im Schnitt 2100 Fans. "Bereits im Mittel war die Sitzplatzkapazität dieser Halle damit überschritten", sagte Matthias Pattloch, Pressesprecher der Niners. Selbst mit kostspieligen Hinterkorbtribünen, die bei Spitzenspielen aufgebaut wurden, konnten nicht alle Kartenwünsche erfüllt werden.

"So schön die Hartmannhalle auch ist und wir viele Erinnerungen mit ihr verbinden, stießen wir dort in den vergangenen Jahren immer öfter an die Grenzen", sagt Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold. "Teilweise mussten Zuschauer draußen bleiben und im VIP- sowie Hospitality-Bereich gab es keinerlei Wachstumsmöglichkeiten mehr. In beiderlei Hinsicht bietet uns die Messe ganz andere Möglichkeiten und wir sind überzeugt, die Niners dort auf ein neues Level heben zu können."

Mit dem Umzug der Niners gehen laut Verein auch zahlreiche Modernisierungen in der Arena einher. So werden im Laufe der Saison zwei neue, hochmoderne LED-Anzeigetafeln angebracht, schon vor dem ersten Heimspiel am 28. September gegen Bayer Leverkusen wird ein neues Parkett verlegt. "Hinzu kommen mehrere hochauflösende Bildschirme, welche direkt vor den Zuschauerrängen an den Dachträgern installiert werden, damit jeder Besucher den Spielstand und die Statistiken im Blick hat", sagt Vereinssprecher Pattloch. Auch die VIP-Bereiche sollen aufgewertet werden, für die Sponsoren soll es Logen geben. "Wir haben aus den bisherigen Partien in der Messe viel gelernt, standen über den Sommer in engem Kontakt mit der C3, unseren Partnern sowie dem Fanclub, um unsere neue Spielstätte noch mehr für den Basketballsport zu optimieren", sagt Niners-Geschäftsführer Herhold.

Mit dem nun feststehenden Umzug und dem vergangene Woche erschienenen Spielplan für die neue Saison starten die Niners am morgigen Dienstag auch den Dauerkartenverkauf. Hier erhalten bisherige Dauerkartenbesitzer bis zum 13. August die Möglichkeit, sich neue Plätze auszuwählen. Ungenutzte Plätze gehen anschließend in den freien Dauerkartenverkauf. Schon vorher können von allen Fans in den nicht geblockten Bereichen Saisontickets erworben werden.

Wie der Verein informierte, werden die Preise für ein Tagesticket durchschnittlich um mindestens einen Euro steigen. Da es durch das verwehrte Aufstiegsrecht für Nürnberg ein Heimspiel mehr als in der Vorsaison gibt, bedeute das für den Preis einer Dauerkarte eine Steigerung von 30 bis 40 Euro im Vergleich zur vergangenen Spielzeit.


Kommentar: Der richtige Weg

Die Bedenken der Niners-Fans sind nachvollziehbar. Die Hartmannhölle war in der ganzen Liga berüchtigt, Lautstärke und Stimmung dort einzigartig. Das auf die Messe zu übertragen, hat in der Vergangenheit nicht wirklich funktioniert. Auf der anderen Seite ist es für den Verein aber der einzig richtige Weg, genau jetzt größer zu denken. Die Euphorie ist trotz des knapp verpassten Aufstieges ungebrochen, der Verein wächst. Für das große Ziel Bundesliga muss Geld in die Kassen. Dass sich die Niners die Entscheidung für den Umzug so lange so schwer gemacht haben und dass sie die Fans bei den Planungen mit ins Boot geholt haben, sollte ein Grund dafür sein, dass die Anhänger mitziehen und auch die Messe zu einer Hölle für jeden Gegner machen.

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