Sorgenvoller Saisonstart der Eisschnellläufer

Auf der Bahn im Küchwald ist das Wettkampfjahr eingeläutet worden. Wie es mit der Sportart weitergeht, ist völlig offen.

Peng! Weithin ist der nächste Startschuss zu hören, der auf der 400-Meter-Bahn im Küchwald abgefeuert wird. Ein Mädchen stürzt nach wenigen Metern in der Kurve und schimpft laut vor sich hin. "Auf- stehen, weiter geht's", ruft ihr ein Besucher zu. Annähernd 130 Nachwuchsathleten aus den sächsischen Vereinen haben am Wochenende den Saisonstart im Eisschnelllaufen vollzogen. Die Freude, dass es endlich wieder losgeht, war jedoch nicht so groß wie in vergangenen Zeiten. Besonders beim gastgebenden Eisschnelllaufclub Chemnitz (ECC) werden die Sorgenfalten tiefer, nachdem bekannt wurde, dass sich der Umbau der maroden Eislaufbahn um ein Jahr verzögert. Die Anlage sollte von März bis Oktober 2019 saniert und 2020 überdacht werden.

Wie die "Freie Presse" bereits berichtete, sollen die Arbeiten nun erst im März 2020 beginnen. "Für uns ist das echt eine Katastrophe", sagte ECC-Präsidentin Janina Heß am Samstag beim Saisonstart. Schließlich hänge die Zukunft des Bundesstützpunktes in Chemnitz, verbunden mit Fördergeldern, von dem Projekt ab. "Außerdem laufen uns die Sportler weg, wenn wir ihnen nicht bald attraktivere Bedingungen bieten", ergänzte die 42-jährige Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens.

Seit gut einem Jahr leitet Janina Heß den 160 Mitglieder starken Schnelllaufclub. "Es hat sich in dieser Zeit einiges bewegt. Wir haben viele Eltern mit ins Boot geholt und klargemacht, dass wir nur gemeinsam vorankommen können", betonte sie. Dem Engagement und Elan der Präsidentin und ihrer Mitstreiter steht jedoch die quälende Ungewissheit gegenüber, wie es mit der Sportart weitergeht. Neun Monate nach dem erneut schlechten Abschneiden bei Olympia ist nach wie vor unklar, ob und wie der Bund den Eisschnelllaufsport in Zukunft fördert. Damit hängen auch die Trainer in der Luft, von denen es in Chemnitz laut ECC-Chefin drei hauptamtliche gibt. "Wenn sich nicht bald etwas tut, sind die Trainer am Jahres- ende hier weg. Sie waren schon im Arbeitsamt", sagte Janina Heß.

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