Spitzenreiter CFC kann Niederlage lächelnd abhaken

2:3 beim FC Oberlausitz Neugersdorf - die Himmelblauen mussten ihre Meisterfeier am Samstag verschieben. Ein Spieler erlebte dennoch einen besonderen Nachmittag.

CFC-Trainer David Bergner wusste nach eigener Aussage nichts davon, ob seine Spieler etwas für eine spontane Meisterfeier auf dem ostsächsischen Sportplatz vorbereitet hatten. Mit einem Sieg beim FC Oberlausitz Neugersdorf wäre der Staffelsieg in der Fußball-Regionalliga Nordost am Samstagnachmittag auch rechnerisch besiegelt gewesen.

Doch selbst wenn sich in den vielen Kisten, die der CFC-Tross in Neugersdorf aus seinem Bus lud, diverse Party-Artikel befunden hätten, wären diese nicht zum Einsatz gekommen. Denn der Spitzenreiter unterlag vor 571 Zuschauern den abstiegsbedrohten Gastgebern überraschend mit 2:3 (0:1). Nach dem Remis von Verfolger Berliner AK am Sonntag bei Hertha BSC II stehen die Himmelblauen jedoch so gut wie als Titelträger fest: Drei Runden vor Saisonschluss haben sie jetzt neun Punkte Vorsprung und das um 15 Treffer bessere Torverhältnis gegenüber dem Tabellenzweiten.

Trainer Bergner hatte vor dem Spiel in Neugersdorf die Rotationsmaschine angeworfen und einige Änderungen in der Startelf vorgenommen. So hütete Joshua Mroß wieder das Tor, und Pelle Hoppe durfte von Beginn im Sturm ran. Auch Deji Beyreuther und Michael Blum gehörten zur Startformation. Für Beyreuther war es eine Premiere. Der 19-Jährige kam im Januar auf Leihbasis vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt nach Chemnitz, hatte dann mit einer Schambein-Entzündung zu kämpfen und kam nur schwer in Tritt. Zwar stand Beyreuther sechsmal im Kader, blieb aber ohne Einsatz.

Jetzt durfte der in Göttingen geborene Kicker endlich einmal von Beginn an ran und stand gegen Neugersdorf die gesamte Spielzeit auf dem Rasen. "Ich habe mich riesig gefreut. Nach knapp einem Jahr war es für mich das erste Spiel. Ich bin sehr glücklich, jetzt wieder da zu sein", sagte der Youngster. Konditionell habe er nach der langen Wettkampfpause keine Probleme gehabt. "Von der Luft her ging es. Ich habe schließlich auch im Training Gas gegeben und immer mehr gemacht, damit ich meine Chance bekomme", berichtete Beyreuther. Dennoch hängt für ihn der Himmel nicht gleich voller Geigen. "Natürlich habe ich mir nach meinem Wechsel mehr erhofft. Aber ich nehme die Situation jetzt an und möchte in Chemnitz bleiben", kündigte der Linksverteidiger an.

Schon in der 11. Minute zappelte der Ball im Chemnitzer Kasten, Antonin Rosa traf für den FC Oberlausitz zum 1:0. Dem Tabellenführer gelang es anschließend nicht, mit der notwendigen Lockerheit aufzutreten. Der CFC konnte sich kaum nennenswerte Chancen erarbeiten. Nach einer reichlichen Stunde zeigte der Schiedsrichter nach einem Zweikampf auf den Elfmeterpunkt. Eric Träger verwandelte zum 2:0. Dejan Bozic verkürzte postwendend auf 1:2. Eine Wende wurde mit diesem Treffer aber nicht eingeleitet. Vielmehr kassierte der Ligaprimus eine Viertelstunde vor dem Abpfiff den dritten Gegentreffer. Das 2:3 durch Matti Langer fiel unmittelbar vor dem Abpfiff.

"Wir wollten natürlich gewinnen. Aber man hat schon gemerkt, dass wir nach dem Pokalspiel gegen Lok Leipzig etwas müde und träge waren. Das frühe Gegentor war nicht gut für die Köpfe", versuchte sich Rafael Garcia in einer Analyse. Die These, dass sich die Umstellungen in der Startelf negativ aus- gewirkt haben könnten, wollte der Mittelfeldakteur nicht bekräftigen. "Das sehe ich nicht so. Schließlich trainieren wir jeden Tag zusammen, da ist die Umstellung nicht so groß", sagte Garcia. Letztlich hatten Trainer und einige Spieler kurz nach dem Abpfiff schon ein Lächeln auf den Lippen - die Meisterfeier kann jetzt im eigenen Stadion steigen: mit einem Punktgewinn gegen Meuselwitz.

Heimspiel Am Samstag um 13.30 Uhr empfängt der CFC im Stadion an der Gellertstraße den ZFC Meuselwitz. Eintrittskarten sind in den Shops der "Freien Presse" erhältlich.

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