Tom Scheffel und die Frage nach einer Zukunft beim CFC

Der vom Verletzungspech geplagte Defensivspieler steht momentan ohne Verein da. Nun gibt es allerdings Anlass zur Hoffnung für ihn.

Er ist das einzig verbliebene Ur-Gestein des Chemnitzer FC. Seit 2005 läuft Tom Scheffel im Trikot der Himmelblauen auf, erst für den Nachwuchs, dann für die Profi-Mannschaft. Dort gehörte er zu den Leistungsträgern - wenn er nicht wegen Verletzungen ausfiel. Und das passierte zum Leidwesen von ihm und des CFC immer wieder.

Gleich zweimal riss das Kreuzband im rechten Knie, sodass Scheffel für jeweils fast ein Jahr pausieren musste. Der nächste Rückschlag folgte in diesem Frühjahr. Diagnose: Muskelteilabriss, Ausfall bis zum Saisonende. "Man hat nur zehn, zwölf Jahre als Fußball-Profi. Und da bedeutet jede Verletzung, dass man Zeit verliert", meint Scheffel.

Zeit und den Anschluss. Weil er zum Beginn der Vorbereitung auf die Saison in der Regionalliga nicht gesund war, bot ihm der CFC vorerst keinen Vertrag an. Scheffel steht also ohne Verein da. Man könne es sich nicht leisten, einen Platz im Kader zu blockieren, weil man nicht wisse, wann Scheffel zurückkommt, hatte CFC-Sportvorstand Thomas Sobotzik im Juli erklärt. Scheffel hat dafür Verständnis. "Das ist legitim. Es war klar, dass ich erst gesund werden muss. Außerdem gab es ja einen Umbruch im Team." Also war der 23-Jährige in den vergangenen Wochen zum Zuschauen verdammt. Was er da im Stadion oder TV vom CFC zu sehen bekam, habe ihn überzeugt: "Mein Eindruck ist, dass Motivation und Einstellung stimmen und das Team zusammenhält", sagt der Verteidiger.

Mittlerweile ist Scheffel auf gutem Weg, wieder fit zu werden. Anfang Juli war er ins Einzeltraining eingestiegen, hatte die Belastung zuletzt immer mehr gesteigert. Seit dieser Woche steht er wieder mit der Regionalliga-Mannschaft des Chemnitzer FC auf dem Rasen. "Das tut gut. Man kann zwar Ausdauer allein trainieren, die Belastung ist aber größer, wenn man mit dem Team übt", erklärt der gebürtige Chemnitzer. Entscheidend sei nun, ob sein Oberschenkel der Belastung standhält. "Bis jetzt fühlt es sich gut an", so Scheffels erstes Zwischenfazit.

Mit der Clubführung sei nun vereinbart worden, dass er vorerst mittrainieren darf. "Der CFC muss sehen, auf welchen Stand ich bin, ob es für den Punktspielbetrieb reicht", sagt Scheffel und ergänzt: "Ich bin mir sicher, dass man nach ein paar Einheiten eine Steigerung sehen kann." Seine Hoffnung ist klar: ein neuer Vertrag beim Chemnitzer FC. "Das wäre für mich die beste Lösung. Ich bin in Chemnitz zuhause, fühle mich dem Verein verbunden", sagt der Rechtsverteidiger. Einen Plan B für den Fall, dass er kein Vertragsangebot bekommt, habe er noch nicht.

Da Scheffel vereinslos ist, gilt für ihn nicht die Wechselfrist bis zum 31. August. Theoretisch kann ihn der CFC bis zur Winterpause jederzeit unter Vertrag nehmen. Allerdings sind die Himmelblauen in der Verteidigung derzeit gut aufgestellt. Für Scheffels Position kommen drei bis vier Akteure infrage. Trainer David Bergner stellt eine Entscheidung in den kommenden beiden Wochen in Aussicht. "Wir müssen die beste Lösung für alle Beteiligten finden", sagt der Coach. Mut machen könnte Scheffel eine Entscheidung der vergangenen Tage. Im Freundschaftsspiel gegen den FSV Zwickau hatte der CFC mit Marcel Ziemann einen erfahren Abwehrspieler getestet. Ein Vertragsangebot erhielt Ziemann nicht. Vielleicht ist doch noch Platz für Scheffel.


3700 Tickets verkauft

Zwei Spieler des CFC sind vor der Partie gegen den VfB Auerbach angeschlagen. Sowohl Santiago Aloi als auch Kostadin Velkov plagen sich mit Achilessehnenproblemen herum, sagt Trainer David Bergner. Ob sie zum Einsatz kommen, werde kurzfristig entschieden.

Für die Partie am heutigen Samstag (14.05 Uhr) wurden bis Freitagnachmittag gut 3700 Tickets verkauft. Der CFC rechnet mit etwa 4500 Zuschauern. Eintrittskarten gibt es in allen "Freie Presse"-Shops. (lumm)

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