Trainerin Frehse: Keine Mediation durch DOSB-Ethikkommission

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Berlin (dpa) - Eine im Zusammenhang mit dem Fall der Chemnitzer Turn-Trainerin Gabriele Frehse angestrebte Mediation durch die Ethikkommission des DOSB ist gescheitert. Das unabhängige Gremium des Deutschen Olympischen Sportbundes erklärte sich in einem Schreiben für nicht zuständig und verwies stattdessen auf die Ethik-Beauftragte des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Die Ethikkommission sei für Angelegenheiten zuständig, die den DOSB selbst betreffen, heißt es in einem Schreiben des Kommissionsvorsitzenden Thomas de Maizière vom 20. Mai, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nur wenn es während eines kurzen Übergangszeitraums in einer Mitgliedsorganisation gar keine entsprechenden Strukturen gebe, behalte sich die Ethikkommission des DOSB vor, ausnahmsweise tätig zu werden, hieß es weiter. «Das ist hier beim Deutschen Turnerbund gerade nicht der Fall», schrieb der frühere Bundesinnenminister.

Am vergangenen Montag hatten sich unter anderen die beiden Chemnitzer Olympia-Kandidatinnen Sophie Scheder und Lisa Zimmermann sowie zahlreiche Unterstützer in einem Schreiben an CDU-Politiker de Maizière mit der Bitte um Moderation einer Mediation gewandt. Er bezeichnete das Anliegen als «verständlich» und betonte: «Die Vorwürfe und die öffentlichen Debatten belasten alle Beteiligten persönlich. Sie schaden der Reputation des Spitzensports im Turnen und sind insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Olympischen Spiele besorgniserregend.»

Dem Vorschlag de Maizières folgend wollen sich die Betroffenen und ihre Unterstützer nach dpa-Informationen nun an die Ethik-Beauftragte des DTB, Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), wenden.

Rund ein Dutzend früherer Schützlinge von Gabriele Frehse werfen ihr vor, sie schikaniert, ihnen unerlaubt Medikamente verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Der Olympiastützpunkt hatte der Trainerin, die die Vorwürfe bestritten hat, gekündigt. Dagegen will Frehse juristisch vorgehen. Bis zum Ende des Verfahrens hat die Stadt Chemnitz der Trainerin ein Hallenverbot erteilt.

30 Tage für 22,49€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 22,49€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 22,49 €
Neu auf freiepresse.de
11 Kommentare

Warum wir unsere Kommentarfunktion auf der Homepage deutlich einschränken

  • 20
    15
    Pixelghost
    21.05.2021

    Nätt zuschdänndisch!

    Sehr beliebt. Genau wie „Das Problem ist…“ und „einfach“.