Turnierleiter greift selbst zum Schläger

Auf der Tennisanlage des Chemnitzer TC Küchwald wurden die besten Spieler Ostdeutschlands ermittelt. Einen Pokal bekamen die Gastgeber nicht, dafür aber jede Menge Lob.

Wimbledon ist gerade erst zu Ende gegangen. Beim wichtigsten Tennisturnier der Welt ist neben den Spitzenleistungen der Sportler vor allem eines auffällig: Alle Spieler müssen in weißer Kleidung antreten.

Hätte es Jan Luderer einmal nach Wimbledon geschafft, er hätte mit dieser Kleiderordnung sicherlich so seine Probleme gehabt. Denn das Markenzeichen des 45-Jährigen sind knallbunte Fußballtrikots. "Mit denen spiele ich immer. Am liebsten mit einem pinken Modell von Paris Saint-Germain", sagt der Chemnitzer Tennisspieler und lacht.

Am vergangenen Wochenende hatte sein leuchtendes Outfit gleich noch einen positiven Effekt: Denn so haben die 75 Teilnehmer der Ostdeutschen Meisterschaft im Tennis auf der Anlage des CTC Küchwald nicht lange nach dem Turnierleiter suchen müssen. Luderer war nämlich in doppelter Funktion unterwegs. "Als Spieler hat es immerhin zum Gewinn der Nebenrunde gereicht", erzählt er. "Dort sind alle eingezogen, die ihr erstes Spiel der Hauptrunde verloren haben." Luderer setzte sich im Finale dieser Runde glatt in zwei Sätzen durch und konnte so einen kleinen Sieg in der Altersklasse 40 feiern.

Viel wichtiger war ihm an diesem anstrengenden Wochenende aber, dass das Mammutprogramm gut über die Plätze gegangen ist. "Am Ende hat alles geklappt, die Teilnehmer waren sehr zufrieden mit der Organisation", konnte Jan Luderer durchpusten. Gemeinsam mit vielen weiteren Helfern des CTC Küchwald hatte er das Turnier gestemmt. "Im Vorfeld war aufgrund der vielen Anmeldungen nicht einmal ganz klar, ob wir alle Spiele auf unserer Anlage austragen können oder ob wir auf die Plätze der USG ausweichen müssen. Das war am Ende aber nicht nötig."

Ein Problem wäre das Spielen auf den fremden Plätzen aber nicht gewesen, schließlich hat Luderer noch immer sehr gute Kontakte zur USG, wo er zuletzt viele Jahre lang aktiv war und ein Team aufgebaut hat. "Dort hatten wir viele Studenten dabei, die dann die Stadt und den Verein wieder verlassen haben", sagt er. "Deshalb bin ich nach zehn Jahren wieder zum CTC Küchwald zurückgekehrt." Dort hatte Luderer zuvor jahrelang gespielt und war auch im Vorstand tätig gewesen. Später verschlug es ihn nach Radebeul, wo er in der Ost-Liga spielte. "Nach meiner Rückkehr in den Küchwald bin ich gleich wieder in den Vorstand gewählt worden, kümmere mich hier um den Kontakt zu unseren mehr als 300 Mitgliedern und um die Organisation von Turnieren", erzählt er.

So war es auch am Wochenende, als er Startgelder kassierte, die Spielpläne aktualisierte und am Ende auch die Urkunden für die Sieger ausdruckte. "Stress war das trotzdem nicht", sagt er. "Seniorenspieler sind doch entspannte Menschen." Die beste Platzierung für die Gastgeber aus dem Küchwald erreichte übrigens Marion Stiepermann im Damen-Einzel der Altersklasse 60. Sie wurde Vizemeisterin. (mit rbc)

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