Turntalente meistern internationale Auftritte mit Bravour

Bei den Europäischen Jugendspielen in Baku überzeugten die jungen Chemnitzerinnen. Dabei wandelten sie auf den Spuren ihres Vorbildes.

Ein Novum war schon erreicht, noch ehe die Wettkämpfe bei den Europäischen Jugendspielen (EYOF) im fernen Baku begannen: Der TuS Chemnitz-Altendorf stellte wie schon bei der Junioren-WM zuvor im ungarischen Györ das komplette Team bei den jungen Damen. Das Quartett mit Emma Malewski, Jasmin Haase, Julia Birck und Lea Marie Quaas hatte sich in den Qualifikationswettkämpfen für die beiden Nachwuchs-Höhepunkte in dieser Saison gegen die nationale Konkurrenz durchgesetzt. "Das ist bisher einmalig, hat es noch nie gegeben", meinte Trainerin Gabi Frehse während der Rückreise am Montag und fügte hinzu: "Die Mädels haben das insgesamt toll gemacht."

Wie schon bei der Junioren-WM gelang in der Hauptstadt Aserbaidschans in der Mannschaftswertung ein beachtlicher achter Rang. Dabei wäre vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen. Denn ausgerechnet Emma Malewski, die vierfache Deutsche Meisterin in der Altersklasse 15, brach sich während des Trainings vor Ort die große Zehe und musste passen. Sie ist auch die Einzige, die als Starterin der Junioren-EM von 2018 bereits internationale Erfahrungen besaß.

"Das war schon ärgerlich, denn Emma hatte eine sehr gute Form, besaß Chancen auf mehrere Finals", berichtete Gabi Frehse. Doch dank der Unterstützung des Verbandes und des DOSB konnte kurzfristig Lea Marie Quaas, die sich als Ersatzturnerin bis zum Abflug mit intensiv vorbereitet hatte, nachreisen. "Für Emma war es sehr bitter, aber sie hat dann im Wettkampf alle toll unterstützt ", ergänzte die Trainerin. Die besten Einzelergebnisse in Baku erreichte Julia Birck, die nach Platz 15 im Mehrkampf im Bodenfinale einen starken sechsten Rang belegte.

Zu den ersten Gratulanten gehörte ihre prominente Vereins- und Trainingsgefährtin Sophie Scheder. Die 22-Jährige verfolgte in der Heimat intensiv das Geschehen und schickte via Whatsapp Glückwünsche: "Habt Ihr super gemacht. Ich bin stolz auf Euch!" Die Olympiadritte von 2016 in Rio hatte selbst bei den Europäischen Jugendspielen, die analog dem Topereignis mit allen üblichen Ritualen organisiert werden, ihre ersten Erfolge gefeiert. 2011 erkämpfte sie mit der Mannschaft Bronze und damit ihr erstes internationales Edelmetall, sie stand zudem im Mehrkampf- und Stufenbarrenfinale. Ein Jahr später gewann sie bei der Junioren-EM Gold an ihrem Paradegerät. Und 2014 gelang ihr bei den Europaspielen in derselben Halle von Baku mit zwei Medaillen (Silber: Barren, Team) sowie Rang vier im Mehrkampf der Durchbruch bei den Damen.

Begeistert zeigte sich gleichfalls Vereinschef Frank Munzer. "Die Ergebnisse sind einfach überwältigend. Es ist toll, was die Mädchen und das gesamte Trainerteam geleistet haben. Meine Hochachtung", applaudierte der 66-Jährige. Mit den Glückwünschen schickten er und seine Frau zudem an alle Mitstreiter eine Einladung zu einer zünftigen Poolparty bei ihm zu Hause in Limbach-Oberfrohna.

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