Verärgerung in Vereinen: Sachsenhalle öffnet später

Die Sanierung der Sportstätte verzögert sich ein weiteres Mal, was vor allem in den Handball-Klubs für Frust sorgt - aus mehreren Gründen.

Wenn ein Trainer schon vor dem ersten Punktspiel der Saison einen dicken Hals hat, muss das nicht an einer schlechten Vorbereitung seiner Mannschaft liegen. Thomas Sandner, Coach der Viertliga-Handballerinnen des HV Chemnitz, ärgert sich stattdessen über eine Mitteilung der Stadtverwaltung. Demnach verzögert sich die Wiedereröffnung der Sachsenhalle nach deren Sanierung ein zweites Mal. "Nachdem wir schon ein Spiel verschieben mussten, wollten wir den Heimauftakt am 18. September gegen Niederndodeleben vollziehen. Daraus wird nun nichts", sagt Sandner.

"Stinkig" ist auch Mario Schmidt, Vorsitzender des HVC. "Ursprünglich sollte die Sachsenhalle am 12. September wieder nutzbar sein. Dann hieß es, sie ist ab 16. September geöffnet", berichtet Schmidt. Jetzt habe die Stadt den Vereinen mitgeteilt, dass die zentrale Spielstätte des Handball-Sports in Chemnitz am 26. September öffnet. Für die Partie gegen Niederndodeleben habe man keine adäquate Halle zur Verfügung, so der Vereins-Chef. "Wir haben die Sache noch nicht mit dem Verband geklärt, werden das Spiel aber verschieben. Wenn wir woandershin gehen, verschenken wir doch unseren Heimvorteil", gibt Schmidt zu bedenken. Das Training der Jugend-Teams und der Frauen sei so weit abgesichert, weil der HVC die Halle des Andrégymnasiums nutzen kann. Allerdings gebe es dort Einschränkungen hinsichtlich der Trainingsqualität. "Im Gegensatz zur Sachsenhalle dürfen wir in einer Schulturnhalle kein Handball-Wachs als Haftmittel verwenden", erklärt Schmidt.

Er sei andererseits froh, dass die Kommune Geld investiert, um die Sachsenhalle schrittweise zu modernisieren. "Andere Hallen, in denen wir in der mitteldeutschen Oberliga antreten, sind zum Teil in deutlich schlechterem Zustand", berichtet Schmidt. Er habe jedoch kein Verständnis für die zeitlichen Planungen bezüglich der Sachsenhalle. "Ich finde es verwunderlich, dass kurz nach den Ferien mit der Sanierung begonnen wurde, anstatt die Arbeiten vorher auszuführen, wenn die Sportstätte sowieso leer steht", sagt Schmidt.

Sauer ist auch Steffen Fleischer, Vorsitzender der Handball-Spielkreisleitung und Mitglied des erweiterten Vorstands beim Chemnitzer HC. "Dass der Fertigstellungstermin für die Sachsenhalle auf Ende September verschoben wird, kann ich nicht nachvollziehen", sagt Fleischer. Betroffen seien nicht nur der HVC und der CHC, sondern beispielsweise auch der SSV Rottluff. "Die Verzögerungen tangieren den Spielbetrieb in verschiedenen Ligen", erklärt Fleischer - wohl wissend, dass damit ein hoher organisatorischer Aufwand für die ehrenamtlich geführten Vereine entsteht.

Auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigte die Stadtverwaltung gestern den zeitlichen Verzug bei der Sanierung der Sachsenhalle. Der Bodenbelag werde zweifarbig hergestellt. "Leider verzögert sich die Lieferung der zweiten Farbe des Linoleum-Belags", sagte ein Rathaussprecher. Man könne davon ausgehen, dass die Sportstätte ab dem 24. September wieder genutzt werden kann. Betroffen von der Sperrzeit seien sechs Sportvereine sowie die Oberschule Am Flug- hafen. Zur Kritik, dass mit der Sanierung erst nach Ende der Ferien begonnen wurde, sagte der Sprecher: "Die Ausschreibung von Bauleistungen ist erst nach Haushaltsfreigabe möglich, danach greifen die gesetzlich vorgegebenen Fristen, einschließlich der Auftragsvergabe." Das Vorhaben konnte laut Rathaus-Pressestelle nicht früher in Angriff genommen werden. (mit kbe)

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