Wechsel auf der Trainerbank bei Rapid

Nach elf Jahren als Coach der Chemnitzer Fußballer hat Thomas Schreyer sein Engagement auf eigenen Wunsch beendet. Der neue Chef ist jünger als einige Spieler des Teams.

Für Außenstehende kommt dieser Schritt überraschend, Insider hatten schon länger etwas geahnt: Thomas Schreyer ist nicht mehr Trainer des Fußball-Landesligisten BSC Rapid Chemnitz. Auf eigenen Wunsch hat er das Amt in dieser Woche an den bisherigen Co-Trainer Florian Butter abgetreten. "Dieser Schritt war meinerseits langfristig geplant", sagt Schreyer. "Florian ist aus meiner Sicht der ideale Mann."

Schon in den vergangenen Monaten hatte Butter seinen Chef ab und zu an der Seitenlinie vertreten, Schreyer legte zudem bei Presseterminen stets Wert darauf, dass sein junger Assistent mindestens erwähnt wird oder mit auf das Foto kommt. "Ursprünglich wollte ich schon im Sommer aufhören", sagt Thomas Schreyer. "Dann stand aber noch ein Neuaufbau der Mannschaft an, denn wir hatten einige Abgänge und einige neue Spieler." Weil der 49-Jährige eine ruhige und geordnete Übergabe wollte, übernahm er gemeinsam mit Butter noch die Aufgabe, das Team neu einzustellen. "Das ist uns aus meiner Sicht sehr gut gelungen", sagt Schreyer. "Die Mannschaft ist gefestigt, und mit neun Punkten aus sieben Spielen liegen wir im Soll."

Den Zeitpunkt des Wechsels auf der Trainerbank hatten Schreyer, sein Co-Trainer sowie die Vereinsführung schon länger gemeinsam festgelegt. "Dass wir zuvor das wichtige Spiel gegen Glauchau mit 3:1 gewonnen haben, machte das Ganze nicht leichter, aber zum Glück auch nicht schwerer", sagt Schreyer. "Die Mannschaft wusste vorher nichts von unseren Plänen, alle haben es aber entspannt aufgenommen."

Denn mit Florian Butter bekommen die Spieler kein neues Gesicht vorgesetzt. Der 28-Jährige ist zwar jünger als einige seiner Spieler, hat sich im vergangenen Jahr aber den Respekt der Mannschaft erarbeitet. "Ich traue mir diese Aufgabe zu und freue mich darauf", sagt Butter, der seine aktive Karriere aufgrund verschiedener Verletzungen im Sommer 2017 beendete und seitdem als Co-Trainer von Thomas Schreyer aktiv war. "Mit Thomas hatte ich einen sehr guten Mentor", sagt er.

Als Gründe für seinen Rückzug nennt Schreyer rein private Gründe. "Nach elf Jahren Trainings- und Spielbetrieb will ich einfach mal mehr Zeit für mich und meine Familie haben, denn auch beruflich bin ich viel unterwegs", sagt der Chemnitzer, der in der Nachwuchsabteilung des FC Karl-Marx-Stadt ausgebildet wurde, später in der U 23 des CFC und beim Altchemnitzer BSC spielte. Ab 2001 war er bei Rapid aktiv, wo er im November 2007 das Traineramt übernahm. Damals spielte das Team in der Bezirksliga, die später zur Landesklasse reformiert wurde, vor vier Jahren gelang der Aufstieg in die Landesliga. Wenn nach dem spielfreien Wochenende der Ball wieder rollt, wird Schreyer gelassen mitfiebern. "Florian und die Jungs machen das schon", sagt er.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...