Wenn eine Niederlage nicht wehtut

Die Handballerinnen des HV Chemnitz haben zum Jahresabschluss klar verloren. Das ändert nichts an einer bisher überraschend starken Saisonleistung.

Nur allzu gern hätten die Drittliga-Handballerinnen des HV Chemnitz die Hinrunde mit einem Sieg beendet. Doch daraus wurde nichts. Vor der Saisonrekord-Heimkulisse von mehr als 300 Zuschauern verloren die Chemnitzerinnen am Sonntagabend in der Sachsenhalle gegen den Tabellenzweiten Germania Fritzlar mit 18:28 (8:14). Die HVC-Damen konnten nur in den ersten 20 Minuten mithalten, führten zwischenzeitlich mit zwei Toren.

Aber dann bestimmten die Gäste aus Hessen die Partie, bauten noch vor der Pause vor allem durch schnelle Konter den Vorsprung aus. "Wir müssen zugeben, dass man schon den Unterschied zwischen uns und dem Tabellenzweiten gemerkt hat. Obwohl wir stark angefangen haben, machten wir im weiteren Spielverlauf zu viele Fehler. Das hat Fritzlar eiskalt ausgenutzt", sagte die Chemnitzer Kapitänsfrau Melanie Beckert, die von Trainer Thomas Sandner als Kopf der Mannschaft bezeichnet wird.

Trotz der deutlichen Heimniederlage beenden die HVC-Damen die Hinrunde auf dem achten Tabellenplatz. Nach einem schlechten Saisonstart kommt das schon ein wenig überraschend. Für Melanie Beckert allerdings nicht: "Wir sind als Mannschaft immer mehr zusammengewachsen. Man darf uns keineswegs unterschätzen." Ausschlaggebend für die gute Platzierung in der laufenden Saison sei zudem das disziplinierte Spiel im Angriff gewesen. "Dennoch müssen wir noch einige Fehler im Spielaufbau abstellen", ergänzte die 30-Jährige.

Auch Coach Sandner zeigte sich am Sonntag hochzufrieden mit der ersten Halbserie. "Wir haben die bisher beste Hinrunde in der Dritten Liga gespielt", hob er hervor. Dabei seien die Voraussetzungen alles andere als gut gewesen. "Spielmacherin Catrin Grützmann ist die gesamte Halbserie ausgefallen. Diese Lücke mussten wir erst einmal schließen, was hieß, eine neue Grundordnung ins Team zu bringen", betonte der Trainer. So galt es, jemanden zu finden, der die Mittelposition von Grützmann übernahm. Und das war Melanie Beckert, die von ihrer etatmäßigen Außenposition in die Mitte rücken musste. "Das ist nicht einfach für sie gewesen. Zum Glück kehrte Sandra Schumann nach ihrer Verletzung zurück und nahm die Mittelposition ein", fiel Sandner ein Stein vom Herzen.

Als einen Grund für das bisher gute Abschneiden nannte der Coach die Geschlossenheit. "Wir haben keine überragenden Einzelspielerinnen, sind aber als Team sehr stark", betonte Sandner. Vor allem in der Abwehr habe der HVC bisher überzeugt. "Nach Fritzlar sind wir die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren." Das zeige auch, dass man taktisch diszipliniert in jede Partie geht, was eine weitere Stärke in dieser Saison sei. Sein Team habe nahezu am Optimum gespielt, fügte Sandner hinzu.

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