Wenn Eltern als Belohnung zu den Schlägern greifen

Die Hockeyabteilung des Postsportvereins zeichnet sich vor allem durch gute Nachwuchsarbeit aus. Die funktioniert aber nur, weil der Club tatkräftige Hilfe der Mütter und Väter bekommt - dafür gab es jetzt besonderen Dank.

Ihr Talent scheint jungen Chemnitzer Hockeyspielern in die Wiege gelegt worden zu sein. Denn auch die Eltern der Nachwuchssportler können mit Schläger und kleinem Ball umgehen, wie sich bei einem Turnier des Postsportvereins zeigte. Der Club hatte zum wiederholten Mal die Erziehungsberechtigten von Hockeyspielern aus ganz Mitteldeutschland eingeladen - und es kamen Teams aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Wer dabei am Ende den Sieg holte - es war eine Mannschaft aus Brandenburg -, spielte bei diesem Turnier die untergeordnete Rolle. "In erster Linie sollen diese Turniere ein Dankeschön für das Engagement der Eltern sein", sagt Tobias Nitschke vom Post SV. "Das ganze Jahr über fahren sie ihre Kinder zum Training oder begleiten sie zu Wettkämpfen. An diesem Tag stehen mal nur sie im Mittelpunkt."

Entstanden sei die Idee für derartige Elternturniere bei den Wettkämpfen der Sprösslinge. "Da sitzt man manchmal nur rum und langweilt sich", sagt Nitschke. "Und in den Pausen greift der eine oder andere Vater oder manche Mutter auch mal zum Hockeyschläger und probiert sich selbst aus." Da bei den Veranstaltungen auch Freundschaften unter den Eltern der Kinder entstanden, war der Weg zu eigenen Turnieren nicht weit. Mittlerweile laden verschiedene Vereine zu Wettkämpfen ein, bei denen das Niveau durchaus beachtlich ist. "Viele Eltern haben früher selbst gespielt oder trainieren gelegentlich mit ihren Kindern zusammen", sagt Nitschke. "Die können schon was."

Einer der Väter, die beim Chemnitzer Turnier auf dem Parkett standen, ist Matthias Popp. "Ganz früher habe ich mal als Stürmer Hockey gespielt", sagt der 42-Jährige. "Als dann meine Kinder mit dem Sport angefangen haben, habe ich sie anfangs nur begleitet, später habe ich als Übungsleiter mitgemacht, jetzt stehe ich auch noch bei der Elternmannschaft im Tor", sagt er. "Es ist wie so oft in den Sportvereinen - ohne die Unterstützung der Eltern geht es nicht. Wir übernehmen auch oft die Fahrten zu den Turnieren mit unseren privaten Pkw. Und da sind die nächstgelegenen Spielorte Freiberg und Meerane. Ansonsten geht es ein ganzes Stück weiter." Umso schöner findet es Popp, dass man viele Eltern gar nicht erst fragen müsse, ob sie helfen können.

Bereits Ende dieses Monats ist die Unterstützung der Eltern wieder gefragt. Am 26. und 27. Januar ist der Postsportverein nämlich Ausrichter der Ostdeutschen Meisterschaften der weiblichen Jugend B. "Wir sind stolz, dass wir diese Veranstaltung nach 2018 wieder ausrichten dürfen, und haben ein gutes Team am Start", sagt Trainer Stephan Lippmann. Wenn das Turnier in der Sporthalle des Terra-Nova-Campus über die Bühne geht, bedeutet das für den Verein einen organisatorischen Kraftakt, der ohne Hilfe von außerhalb nicht zu schaffen wäre. "Dann brauchen wir die Eltern, und die kommen auch immer. Das ist Vereinsarbeit pur", sagt Lippmann.

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